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und in weißem Marmor die Büste Halevps sich erhebt.Soviel wie der Companist der „Jüdin", sollte man meinen,war doch der Dichter des „Rabbi von Bacharach" anch werth!Aber freilich, jener gehörte einer Nalion an, die noch immerund mit Recht stolz auf ihre Talente, nnd die nicht fragt,ob auch das Talent stets fein moralisch gewesen sei, währenddie Tendenzbüre» nach der Schablone „sittlich, religiös,nnd brünstig" den Werth des Genies abmessen.
Ein begabter deutscher Künstler schwur sich, wie MoritzHartmann einmal erzählte, vor mehreren Jahren am GrabeHeines zu, nicht eher zu ruhen nnd zu rasten, bis anchunser in der Fremde bestatteter Dichter ein Denkmal habe,das seiner nnd unser würdig sei.
Nun denn, ich weiß nicht, wo sich unser fleißiger Lands-mann Ferdinand Heilbnt gegenwärtig befindet; möchtenihm diese Zeilen, falls sie ein günstiges Geschick ihm zuführt,eine Mahnung an seinen Vorsatz nnd sein Versprechen ansder Gräberstätte des Montmartre sein!
Oft nnd vielfach hat man es freilich schon besprochen,daß Heine in fremder Erde ruhe; aber es steht ja dies iminnigsten Zusammenhang mit den Lebensschicksalen des Dich-ters. Hein.c mußte in Paris begraben liegen, denn er war zufreimnthig, um in der Heimath damals leben zu können.
In dieser Eigenart nnd von diesem Gesichtspunkte aushat selbst Lonis Veuillot, der Tambourmajor des französischenNltramontanismus, freilich zu andern Zwecken als wir diesverstehen, die Bedeutung Heines erfaßt. Der geistreichefranzösische Kampfhahn schreibt in seinen »Ocksnrs cka i'nrm"über Heine folgendermaßen: „Seit Voltaire hat es nureinen eigentlichen Pariser Dichter gegeben, das war HeinrichHeine, Deutscher von Geburt, jüdische» Ursprungs, Franzosedurch Wahl, der sich zum Protestanten taufen ließ —Niemand wußte, mcßwegen — wieder instinktmäßig Judewurde, sich für einen Deisten hielt nnd ausgab, in Wahrheit