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S ch! uß w o r t.
Zum 17, Februar 1886.
Heute siud es dreißig Jahre, daß über der Tragödieeines deutschen Dichterlebens zum letzten Male der Vorhangfiel. Zuschauer hatte die Tragödie in der Avenue Matiguounur wenige — aber von ihrem Gesnmmteiudruck war einganzes Volk in tiefster Seele bewegt, das in dem Heldendes Dramas einen seiner vornehmsten Dichter ehrte; undnoch heute, da dreißig Jahre über diesem Schauspiel dahin-gegangen, ergreift ein Gefühl tiefer Wehmnth Alle, die denInhalt desselben kennen und seinen Helden liebgewonnenHaben.
Wie ein rührender Zug der Pietät uns am Todes-tage theurer Liebeil auf den Kirchhof zn ihrer Grabesstätteführt, so wollen wir denn auch heute uns im Geiste aufden Montmartre versetzen und am Grabe Heines den wehe-vollen Ausruf eines tiefnnglücklichen, schmerzgebrochenenLebens verstehen lernen:
Keine Messe wird man singen,
Keinen Kndosch wird man sagen,
Nichts gesagt und nichts gesungenWird an meinen Sterbetagen ....
Einer der unzähligen Besucher dieses Grabes, einbekannter deutscher Schriftsteller, hat einmal die Behauptungaufgestellt, es sei ein Unglück für den Dichter, daß der Wegzu seinem Grabe all den Denksteinen Daniel Mainas, desgroßen Patrioten, lind Godefroy Cavaignacs vorbeiführe.Mail komme dadurch auf den Gedanken, daß großes Lebenund Streben, reines Denken und Fühlen und demgemäß?Thaten doch etwas mehr seien, als hunderte von schöneilLiedern, und daß Heine selbst das manchmal gefühlt habenmüsse — am meisten vielleicht damals, als er die höhnischenWorte hinschrieb: „Kein Taleilt, doch ein Charakter".