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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
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Goethe und Heine.

I

Nickt zutreffender mW klarer konme das Verhältnißd es modernen Kicktnrmenschen zu Goethe ausgedrückt werden,als durch das Wort, welches Berthold Auerbach dafür er-funden:Goerhereis!" Au seiner Stellung zu Goethewessen wir Wertb und Bedeutung jedes einzelnen Epigonen,ja den Bildnngsgehalt jedes moderne» Menschen.

Wie bat nun Heine Goetbe gegenüber gestanden? Warer goe ibereif? Und welche persönliche Beziehungen hatte erzu dem Dichterfürsten? Das sind Fragen, die wohl scbon zuwiederholten Malen anfgeworsen, im Znsammenhange aberbisher nocb nicht erörtert wurden. Und doch mußte es eineneigentbümlichen Reiz gewahren, den Beziehungen zwischen denzwei größten lyrischen Dichtern des deutschen Balles in diesemJahrhundert nachzugehen.

Die geistigen Beziehungen Heine's zu Goethe fallenschon in die Frühzeit seines Lebens. Man kann wohl sagen,daß er mit Goethe aufgezogen worden ist. Seine Muttermar eine eifrige Verehrerin des Dichters und erfreute sichbesonders an dessenElegien"; natürlich suchte sie diese Ver-ehrung auch ihren Kindern einzuflößen. Heine las Goethe'sHauptwerke schon ans dem Gymnasium und schwärmte fürdieselbe» mit Primaner-Begeisterung. Ans der Universitätentfremdete er sich Goethe, und man darf dies wohl haupt-sächlich dem Einflüsse Ä. W. v. Schlegel's zuschreiben.

Erst als er nach Berlin und in den Kreis von Rahelund Varnhagen kam, näherte er sich wieder dem Dichter,und wurde bald in jene Begeisterung für Goethe hinein-gezogen, die damals in Berlin Mode war. Rahel war jadie Priesierin dieser Goethe-Gemeinde; sie hatte seine Be-deutung schon zu einer Zeit proelamiert, als dieselbe noch