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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
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Eine Tochter Heine?»

Vor einem Jahre hat Anreiten Scholl, der französischeChronigueur, ans einem kleinen Dorfkirchhof in der Bretagneeine Tochter Alfred de Mnssets, ein Kind seiner Liebe undseines Elends, entdeckt. Wenn ich heute den geneigtenLesern von einer Tochter Heines erzähle, so dürfen sie anseine gleiche Entdeckung nicht rechnen. Aber eine kleine Notizin einem Brief des Dichters an Campe hat mich doch aufdie Spur eines Kindes geführt, das Heines Schmerzens-jahre durch ihr liebliches Geplauder erheiterte und seinemHerzen so nahe wie eine Tochter stand. Zu diesem Briefans dem Jahre 1837 beklagt sich Heine, der damals in großenGeldnöthen steckte, über seinen reichen Oheim Solomon Heinemit folgenden Worten:Es ist schlimm genug, daß dieser Mann,der wie ich höre, Institute stiftet, um heruntergekommeneSchacherer wieder auf die Beine zu bringen, seinen Neffenmit Weib und Kind in den unverschuldetsten Nöthenhungern läßt."

Mit Weib und Kind! Der Kasus machte mich lachen.Ich mußte an einen mir aus Breslaner Jugcndtagen be-kannten Schauspieler denken, der sich einmal etil kleinesKind armer, im selben Hause wohnender Leute ausgeliehenhatte, und mit demselben zu seinen in Oesterreich wohnendenbegüterten Eltern reiste, um dort mit Hilfe des süßenPfandes eine größere Anleihe zu machen.

Indes; hielt ich bei Freunden des Dichters doch weitereUmfrage und der Erfolg war ein günstiger. Heine hateine Pflegetochter gehabt, die er sehr liebte. Die Thatsachesteht fest.

Die erste Antwort aus meine Anfragen lautete aller-dings wenig ermuthigeud. Sie kam von. Heinrich Laube, dem