Heine und Grillparzer.
Die Scene spielt in der Citö Vergöre Nr. 3 zu Parisam 27. April 1836, Mittags 12 Uhr, an einem Mittwoch— nm literarhistorisch ganz eorrcct zu sein. „Als ich schellte,öffnete mir ein hübscher, runder, junger Maiin im Schlaf-rocke, der mir wie einem alten Bekannten die Hand reichte.Es war Heine selbst, der mich für den Marquis de Custinehielt. Er zeigte große Freude, als ich mich nannte, undführte mich in seine tolle Wirthschaft hinein. Tolle Wirt-schaft. Denn er wohnt da in ein paar der kleinstmöglichenStuben mit einer oder zwei Grisetten, denn zwei wareneben da, die in den Betten hernmstörten und von denener mir eine, eben nicht zu hübsche, als seine xetitö be-zeichnete. Er selbst sieht aber auch wie die Lebenslust undmit seinem breiten Nacken wie die Lebenskraft ans. Machtemir einen sehr angenehmen Eindruck, denn mir ist der Leicht-sinn nur da zuwider, wo er die Ausübung dessen, was mansoll, hindert." So erzählt Grillparzer selbst in seinem Tage-buch aus dem Zahre 1836 und er fügt dieser Schilderungdes ersten Eindruckes, den Heine auf ihn gemacht, nochfolgende Bemerkungen hinzu: „Wir kamen gleich in dieLiteratur, fanden uns in unfern Neigungen und Abneigungenziemlich auf demselben Wege, und ich erfreute mich desseltenen Vergnügens, bei einem deutschen Litcrator gesundenMenschenverstand zu finden. Er scheint durch die Bundes-tagsbeschlüsse sehr alterirt und schrieb eben an einer Denk-schrift an die abgeschmackte Versammlung. Vom Ultra-Liberalismus will er durchaus nichts wissen und spricht mitVerachtung von den deutschen Refugiös. Mit Börne stehter schlecht. Beklagt sich, daß dieser ihn für seinen Freund