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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
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so dürfen wir diese Prophezeiung wohl auch auf HeinrichHeine ausdehnen, der einst in kühnem Zugendmuth sichdem Dichterfürsten gegenüberzustellen wagte, der aber späterund bis an sein Lebensende die volle und erhabene, nichtzu verkleinernde und nicht anzutastende Größe Goethe's dank-bar und freudig anerkannt hat.^)

Gustav und Heinrich.

Oder auch „die feindlichen Brüder". So könnte manwohl die Literatur-Tragödie nennen, welche die Tages-blätter anläßlich des Todes von Gustav Heine aufgeführt,und die allmälig in ein Satprspiel überzugehen anfing.Baron Gustav Heine-Geldern starb am 15. November 188l>.„Heine hat seinen Bruder Gustav furchtbar gehaßt", leseich in einem Berliner Blatte — und darf mau WienerBlättern glauben, so haben die beiden Brüder einandergeliebt wie Castor und Pollux. Natürlich ist mau versucht,solchen extremen Anschauungen gegenüber des DichtersWort zu variiren: Sie Haben sich nie gehaßt und nie ge-liebt! Aber auch dieses wird der Wahrheit nicht völlig ent-sprechen; eine objektive Schilderung der Beziehungen zwischenden beiden Brüdern dürfte vielleicht dein wirklichen Sach-bestand am nächsten kommen und jeder Verdunkelung des-selben ein Paroli bieten.

Gustav Heine war das dritte Kind der Ehe von Samson

") Erst zwei Jahre nach der Veröffentlichung dieses Aufsatzesist die interessante und gewissenhafte Darstellung von Walter Robert-Tornow: „Goethe in Heine's Werken" (Berlin 1883) erschienen, die dasThema nach der literarhistorischen Seite erschöpfend behandelt.