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lebendige Tradition zu erzählen weiß. In Gnesen lernteer nämlich ein schwarzäugiges Judenmädchen, cine.Rcbekkaam Brunnen, die Tochter des dortigen Rabbi, kennen und —lieben. Beim Abschied widmete er ihr das schöne Gedicht:
Du bist wie eine Blumc,
So hold und schön und rein;
Ich schon dich nn, und WchmuthSchleicht mir ins Herz hinein.
Mir ist's, als ob ich die HändeAuf's Haupt dir legen sollt',
Betend, daß Gott dich erhalteSo rein und schön und hold.
Die schöne Rebekka heirathete dann einen gewöhnlichenKaufmann, mir dem sie aber nicht glücklich lebte. Siekonnte Heine nicht vergessen. Breza unterstützte später diearme Frau . . .
Beim Abschied von der gräfliche» Familie schrieb Heinemit einem Demantring ein kleines Gedicht an die Damedes Hauses, die Gräfin Walwich, in eine Fensterscheibe.Im Jähre 1855 wurde das Gut verkauft lind kam in dieHände eines fremden Besitzers. Die Gräfin Walwich wolltedas Gedicht demBormund ihrer Kinder, eben dem liebenswür-digen Herrn Russak, schenken; beim Herausnehmen des Glasesjedoch zerbrach dieses und die Demantsplittcr seiner Poesiezerstäubten in alle Winde — eilt Bild dieses armen Dichter-lebens selbst, das auf demantcuem Grunde reinen Empfindensund tiefer Poesie ruhte lind dennoch endlich, als es gebrochenwurde, so flüchtig wie ein Windhauch dahingegangeil ist!