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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
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Ich muß gestehe», daß mir diese Ansicht unverständlichist. Mir scheint gerade im Gegentheil in der Nähe jenerGräber die befriedigende sittlicheLösnng indem großenLebens-räthsel Heines für jeden denkenden Menschen zu liegen.Jene Männer, die für Menschenwohl und Völkerfreiheitgekämpft und gelitten, sie haben in ihrem großen und rhaten-reichen Dasein ihre Aufgabe erfüllt, sie haben den Vollgehaltihrer Pflichten und Verdienste in die Spanne Lebenszeithineingedrängt, die ihnen zugemessen, und nur die Annalender Geschichte werden dankbar ihre Namen nennen. Waswar aber das Leben unseres Dichters? Nichts als ein Gol-gatha von Leiden und Kümmernissen, von Schmerzen undAnfeindungen, ein wehmüthig düsteres Passionsspiel, daserst ans der vielbernfenen Matratzengrust endigt, und dessenWürdigung und Anerkennung erst mit seinem Todebeginnt. Und darin liegt die sichere Bürgschaft der Un-vergänglichkeit des Dichters, die man bei Lebzeiten dem eitlenUnfterblichkeitscandidaten nicht zuerkennen wollte, die aberwohl jene Hunderte von schönen Liedern begründen undbefestigen werden, die zu dem Köstlichsten gehören, was dasdeutsche Volk besitzt und ewig besitzen wird.

Als Max Heine, der Bruder des Dichters, diesen ansseinem Krankenlager durch die Hoffnung trösten wollte, daßseinem Genius sicherlich bald die gebührende Huldigunggeweiht werden würde und daß namentlich seine VaterstadtDüsseldorf, die er in seinen Werke» verherrlicht, ihm gewißein Monument ehrenden Angedenkens setzen werde, fiel Heinemit satprischem Lächeln ein:In Hamburg Hab' ich schoneins. Wenn Du von dem Börsenplatze Dich links hältst,so siehst Du ein großes, schönes Harns, das dem Verlegermeiner Reisebilder, Herrn Julius Campe, gehört. Dasist cur prachtvolles Monument aus Stein, irr dankbarerErinnerung arr die vielen und großen Auflagen meinesBuches der Lieder."