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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
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Almosen gesammelt haben. Ich habe den Namen der kleinenGemeinschaft frommer Schwestern, die sich der Pflege dieser un-glücklichen Kinder widmen, vergessen, und ich bitte Sie, mir ihreAdresse nochmals zu geben; denn es könnte wohl vorkommen, daßich sie in einem Augenblicke, wo mir ein Gelüste nach Wohlthätigkeitdurch den Kopf geht, brauchte. Ich liebe es von Zeit zu Zeit,meine Karte bei dem lieben Gott abzugeben.

Ich bin immer in demselben Zustande: meine Brustkrämpfesind stets dieselben, und sie hindern mich, lange zu diktiren. DasWort „dictircn" erinnert mich an den blöden Bajuvarcn, der inMünchen mein Diener war. Er hatte beobachtet, daß ich oft ganzeTage lang zu diktiren pflegte, und als ihn einer seiner würdigenCompatriotcn fragte, was eigentlich mein Beruf wäre, antworteteer: „Mein Herr ist ein Diktator!"

Adieu: ich muß hier meine Diktatur niederlegen, und beeilemich, Ihnen tausend freundschaftliche Grüße zu senden. Ihr ganzergebener

H. Heine.

Paris, den 2. August ILöS.

Dieser Brief ist unstreitig einer der rührendsten undreizendsten, die wir von Heine besitzen. Er legt ein beredtesZeugniß für sein edles Herz und für das innige Mitgefühlab, das er der leidenden Menschheit entgegenbrachte, er, derdamals selbst einer der am meisten und am schwerstenleidenden Söhne dieser Erde war.

Der folgende Brief ist an den französischen Schrift-steller Euröle Montsgert gerichtet und mit Bleistiftgeschrieben;

Mein Herr!

Ich habe Monsieur de Mars beauftragt, Ihnen von mir auseine Apologie (englischer Ausdrucks zu überbringen und Ihnen zusagen, wie sehr ich es gewünscht habe, Sic heute Sonnabend zusehen; aber der Mensch denkt und Gott lenkt! Ich habe in dieserNacht einen Anfall von so erstickenden Brustkrämpfcn gehabt, daßich wenigstens auf ein paar Tage zu völligem Stillschweigen vcr-urthcilt bin. Ich beeile mich, Sic davon in Kcnntniß zu setzen,und auf das Wagniß hin, Ihre gütige Nachsicht zu mißbrauchen,