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unter dem Namen der Sultanin Schchcrnzade, sind Sie der amü-santeste Erzähler, den ich kenne.
Welche Leichtigkeit! Welche Ungezwungenheit! Und was fürein guter Kerl Sic sind! In der That, ich kenne nur EinenFehler an Ihnen: das ist die Bescheidenheit. Sie sind zu be-scheiden.
Weiß Gott! Diejenigen, welche Sie der Eitelkeit und Prahlereibeschuldigen, können die Größe Ihres Talentes nicht ermessen.Sie sehen nur die Eitelkeit. Ich aber behaupte, so groß die Ihreauch sei und so hohe Sprünge sie auch machen möge, so kann siedoch nicht die Knie, was sage ich: die Waden Ihres bcwunderns-wcrthcn Talents erreichen. Streuen Sic sich Weihrauch, so vielSie wollen, überhäufen Sie sich mit den hyperbolischsten Lob-sprüchcn, geben Sie sich ganz dieser Herzensfreunde hin, und ichtraue Ihnen von vornherein nicht zu, daß Sie sich so sehr, wieSic es verdienen, loben werden für Ihre wunderbaren Schöpfungen.
Ihre wunderbaren Schöpfungen! „Za, das ist wirklich wahr!"ruft Madame Heine aus, die das Dictat dieses Briefes mit anhört,und auch der Papagei, den sie auf ihrer Hand hält, strengt sichan und schreit: „Za, ja, ja, ja, ja!"
Sie sehen, thcurcr Freund, daß bei uns Alles darin einig ist,Sie zu bewundern. Von ganzem Herzen Ihr
H. Heine.
Paris, 28. März 1854.
Diesen Brief veröffentlichte Dumas mit der ihm eigenen„Bescheidenheit" sofort in seinem »Nouscsukiaivö", unddas Original desselben sowie seine Antwort schrieb er selbstab nndubergabbeidc Briefe mitderUcbcrschrift„Antographen"Madame Heine, aus deren Nachlaß sie in den Besitz HenriJnlia's gelangt sind. Aus der Antwort Dumas', der inHeines Brief die feine Ironie nicht herausgehört zu habenscheint, citirt Julia nur einen Passus, der sich ans dieMahnung Heines bezieht, ihn doch bald zu besuchen. „Dahaben wir es nun," schreibt Dumas. „Man liebt einenFreund, man bewundert einen Dichter und sieht ihn währendzwölf Jahren nicht. Wie geht das zu? Nun, mein Gott,