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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
311
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vergegenwärtigen jenen Lobrednern halbvergangener Tagegegenüber, die das litterarische Leben und den Zeitungstonder Gegenwart zu Gunsten jener Zeit herabzusetzen belieben.Was nun den Missethäter in spsoie anbelangt, so war der-selbe ein recht harmloser, nur etwas ungeschickter, und vorallem ein unglücklicher Mensch. Es war Ludwig Wihl, einSchwabe von Geburt, der in seinen „Westöstlichen Schwalben"dem altersgrauen Zndenschmerz manch innige Liederthränenachweinte, und der deshalb von Heine im Scherz „derwestöstliche Schwalbenvater" genannt wurde. Er starb imAahre 1882 zu Brüssel.

Auch der folgende Brief ist ein sicheres Zeugniß fürdie Misere des damaligen Litteratenlebens und im besonderenfür die Widerwärtigkeiten, mit denen Heine, seit er inParis lebte, zu kämpfen gehabt hat.

Paris, den 27. Januar 1841.

Liebster Kolb!

Sic werden kaum begreifen, daß der kleine Dienst, den ichheute von Ihnen verlange, für mich von der größten Wichtigkeitist. Aber Sic kennen die Misere der hiesigen Deutschen nicht,kennen nicht die Jntrigucn, die hier gegen mich gesponnen werden,sowohl von scitcn der sogenannten Patrioten als von scitcn jenersubalternen Agenten, durch deren Vermittclung gewisse Okarxesck'atkdirss auf die Presse zu wirken suchen. Oft wird mein Namegebraucht, andere zu mhstifizircn. Oester werde ich selbst durchmitleiderregcndc Hilflosigkeit mystifiziert. Genug davon, heuteerbitte ich von Ihrer Freundschaft folgenden Dienst:

Schreiben Sic doch unumwunden dem Herrn Herzfcld, warumSie die Artikel, die er Ihnen eingeschickt hat, nicht gedruckt haben,und geben Sic ihm Ihr Ehrenwort, daß ich Ihnen weder direktnoch indirekt jemals ein Wort über ihn gesagt habe, sowie auch,daß Sie nie Auskunft über ihn bey mir verlangt haben.

Das ist alles, was ich wünsche. Dieser Mann bildet sich ein,ich hätte Ihnen Auskunft über ihn gegeben, wodurch Sie ab-geschreckt worden, und jetzt möchte er seinem Kommittentenmich als die einzige Ursache seines Mißlingcns denunzircn. Sic