hatte, habe ich die betreffende Korrespondenz aus der „Mg.Ztg.", wo sie zehn Tage nach dem obigen Brief, also am28. Augnst, abgedruckt worden, herausgesucht, und lasse siehier in dem gewiß interessanten Wortlaut folgen:
„Paris, 25. August 1838. Hcinc ist vor einigen Wochennach Boulogne ins Seebad gereist. Wir dürfen versichern, daßdie literarischen und persönlichen Nachrichten, welche ein Ham-burger Blatt seit einiger Zeit über diesen Schriftsteller mittheilt,aus keiner authe nischen Quelle fließen, sondern lediglich einenobskuren Dichterling zum Urheber haben, der sich vor einiger Zeitin Paris aufhielt, die hiesigen Deutschen mit seiner Eitelkeit be-ständig belästigte, insbesondere für Heine eine zudringliche Klettewar und schon hier durch sclbstfabrizirtc Zeitungsartikel den Versuchanachte, in der deutschen Hcimath für einen vertrauten Freundund Genossen von Heine und dem gleichzeitig hier anwesendenGrafen Aucrsperg (Anastasius Grün) gehalten zu werden, welchletzterer diese wie jede andere ähnliche Genossenschaft gleichmäßigvon sich weisen wird. Es ist nichts ärger als von der speku-lircndcn Eitelkeit jener Leute zu leiden zu haben, die unfähig,durch eigene Vorzüge etwas zu gelten, sich gern in Deutschlandauf ihre in intimen Stunden gemachten Bekanntschaften berufenund zu ihrer Beglaubigung allerlei Histörchen ersinnen, die auseinem vertrauten Umgang geschöpft sein sollen. Auch Börne hatein Lied davon zu singen. Ucbcrhaupt giebt das Treiben einesTheils der jungen Deutschen hier überflüssig Stoff zu kläglichenBetrachtungen, was um so mehr zu bedauern ist, als der öffentlicheSinn in Frankreich sich mehr und mehr zu Deutschland und zudeutschem Wissen und deutscher Kunst hinneigt. Heine hat sichFrankreich gegenüber, häufig an dem Wissen und der Kunst Deutsch-lands versündigt und es hat sich sein unbewachter Spott an ihmselbst gerächt, aber doch haben seine Schriften viel dazu beigetragen,die Blicke der Franzosen dahin zu richten."
Der ganze Zammer unserer kleinen und kleinlichenlitterarischen Verhältnisse in der Zeit vor 1848 faßt unsan, wenn wir diese Korrespondenz lind jenen Brief lesen.Zn solch elendem Zeitungsgeklatsch ging damals das litte-rarische Leben unter; es ist nothwendig, sich dies oft zn