Bäder versucht, nach der strengsten Observanz. An Muth fehltes mir nicht.
2H" Freund Heinrich Heine.
Armer Heine! So werden gewiß alle Leser nach derLektüre dieses Briefes ausrufen. Welche Mittel und Wegemußte er einschlagen und lim welches Zieles willen! Um2400 Frankeil Pension für seine Frau als Witwe von seinemMillionenvetter zu erlangen! Zu diesem Zwecke mußte ereinen Schmähartikel gegen sich selbst anfertigen lasseil, indem aber auch wohl zugleich Karl Heine sein Theil abbe-kommen hat, zu diesem Zwecke mußte Fürst Pückler an KarlHeine schreiben — Brief und Antwort sind inzwischen vollLudmilla Assing veröffentlicht worden — mußte Meperbeermit dem Zeugniß öffentlich auftreten, daß Salomon Heinedem Dichterneffen Gehalt und Pension bestimmt zugesagthabe, mußte endlich Lassalle mit dem Kleingewehr der Presseaus alleil Zeitungswinkeln Deutschlands den HamburgerMillionär anfallen. Und dies alles zu einer Zeit, wo ernach seiner eigenen Ueberzeugung „vielleicht noch eine Weile,ein oder höchstens zwei Zahre in einer trübseligen Agonie"zu leben hatte! Zu der That, man glaubt dem Dichter,wenn er in seinem nächstell, dem an Lassalle folgendeil Briefan Campe sagt: „Gott verzeihe meiner Familie die Ver-sündigung, die sie an mir verschuldet. Wahrlich nicht dieGeldsache, sondern die moralische Entrüstung, daß meinintimster Jugendfreund und Blutsverwandter das Wortseines Vaters nicht in Ehren gehalten hat, das hat mirdie Knochen im Herzen gebrochen, und ich sterbe an diesemBruch."
Zur Erläuterung des obigen Briefes ist nur noch zubemerken, daß ein Schluß, oder vielmehr eine Nachschrift,in der ersten Gesamtausgabe der Briefe sBd.I V, S.98) sich be-