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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
305
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nicht mehr zu wissen. Erst als ich gar nichts anderes von ihmzu erlangen wußte, begnügte ich mich mit der Form jenes Briefes,nur auf bestimmtes Hervorstcllcn seines Zeugnisses in betreffder Lebcnslänglichkeit der Pension dringend. Dies erreichte ichindirekt und somit ist der Brief mein wichtigstes Aktenstück, dasSic nicht aus den Händen geben dürfen. Will Meyerbeerdringender an Karl Heine direct schreiben und alles aufbieten, ihnzur Wiederherstellung des Friedens zu bestimmen, so ist dies gewißnur höchst wünschenswerth und in diesem Augenblick ließe sichwohl ein Resultat hoffen. Meyerbeer hat mehr wie jeder anderedas Recht und die Verpflichtung, in dieser Sache energisch auf-zutreten, er kann sich darauf stützen, daß er selber darin verwickeltdurch ihre Anfänge, und nachdem er Karl Heine sein Zcugnißdes gegebenen Wortes meines Oheims aufs bestimmteste wieder-holt, kann er, der Millionär, von seinem Konfratcr wohl erbitten,ihm selbst zu Gefallen den Skandal durch Nachgiebigkeit zuentfernen auf immer. Karl Heine will ja nur eine Brücke, umsich mit Ehren aus der Affnire zu ziehen. Dies muß aber gleichund bestimmt geschehen. Legen Sie dem Bären die Daum-schraubcn an.

Schonen Sie daher kein Mittel, den Bär zum Tanzen nachna ch unserer Pfeife zu bringen. Er muß an K. einen Brief sneontiäeuos schreiben, nicht durch mich ihn schicken. Will JosephMendclsohn etwas Aehnliches thun, so ist daß gewiß in diesemAugenblick von höchstem Werth. Die Presse dient nicht zur Ent-scheidung der Schlacht, sondern zur Beunruhigung des Feindes;kommt dieser zur Besinnung zu früh, ehe die Vermittelung ihrWerk begonnen, so ist für uns der ganze Feldzug verloren undich bleibe in demselben unerquicklichen Dilemma. — Ich selbst habenoch nicht an K. H. geschrieben, thue es aber dieser Tage, damitmein versöhnlicher Brief in dem Moment eintrifft, wo Presse undVermittler ihn aus der Fassung gerüttelt. Ich weiß ganz genau,was ich will. Den Brief an K. H., den Campe hat, habe ich vondemselben zurückverlangt, denn ich darf durch diesen Ihnen nichtsderart direkt zukommen lassen.

Mein körperlicher Zustand ist entsetzlich. Ich küsse, fühle abernichts dabei, so starr gelähmt sind meine Lippen. Auch der Gau-men und ein Theil der Zunge sind afstcirt und Alles, was ichesse, schmeckt nach Erde. Dieser Tage habe ich Kaiserlich-russische

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