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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
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stirbt ein reicher Oheim, der etwa zehn Millionen MarkBanko allein zu wohlthätigen Zwecken und vielleicht dasVierfache dieser Summe seinen Universalerben hinterläßt,der aber in dem sorgsam ausgearbeiteten Testament seinesarmen und schwerkranken Neffen, der nebenbei gesagt einberühmter deutscher Dichter ist, absolut vergessen hat. Unddarauf kommt der Universalerbe und verweigert diesemkrankeil Vetter die Auszahlung der für seine Verhältnissejämmerlichen Pension von 4800 Franken jährlich! Dasmuß man bedenken, um den Schmerz, den Zorn und dieAufregung zu verstehen, die sich damals Heines bemäch-tigten, und die ihn zum erbitterteil Kampfe mit alleu er-laubten und unerlaubten Mitteln führten.

Ich bemerke nur noch, daß die eingeklammerte Stelledieses Briefes, etwa die ersten achtzehn Zeilen, bereits inder Gesammtausgabe der Briefe enthalten ist. Der Leserwird erstaunen zu sehen, daß die Veröffentlichung dortmitten im Satze abgebrocheil ist. Zu einer solchen Be-handlung voil Dichterbricfen haben wir aber kein Recht,auch selbst dann nicht, wenn diese unterdrückten Stellengegen den Dichter zu sprechen scheinen. Schließlich ist auchdieser Brief ein beredtes Zeugniß dafür, daß der als leicht-sinnig verschrieene Heine durchaus nicht leichtsinnig gewesen,ja, daß er vielmehr in praktischen Lebensfragen mit einerpeinlichen Genauigkeit lind dem größteil Ernst vorgegan-gen ist.

Paris, den 27. Februar t846.

Mein theurer Freund!sZch hoffe, daß Sie die drei Briefe, die ich Ihnen unter Ihrereigenen Adresse geschrieben, erhalten unddic anderen drei Ergänzungs-briefe, die ich an Herrn von Varnhagen schrieb, von demselben mit-gethcilt bekommen haben. Unterdessen erhielt ich auch Ihren zweitenBrief, worauf zu wenig zu beantworten war. Ich glaubte allesim besten Zug, da erhalte ich soeben einen Brief von Varnhagen,