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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
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Seelen, nm die Frage der Präexistenz und schließlich umdas Dasein Gottes sich gedreht hat. Mehrere Wochen nachdiesem Besuche, der ans den kranken Dichter einen tiefenEindruck gemacht, empfing Fichte den nachfolgenden BriefHeines:

Paris, 6. Octobcr 1851.

Wcrthestcr Herr Professor!

Ich vermag es kaum zu sagen, wie sehr ich es bedauerte, daßich Sie vor Ihrer Abreise nicht nochmals sehen konnte. IhrBesuch erweckte in mir sehr wohlthuende Erinnerungen, die auchheiter und erfreulich in mir nachklingen. In einem Buche, wel-ches in diesem Augenblicke zu Hamburg von mir herausgegebenwird, habe ich ganz brühwarm benutzen können, was Sie überSwedenborg sagten; kommt es Ihnen zu Gesicht, so mag es meinAndenken in Ihrem Gedächtnih auffrischen. Mein Zustand istleider noch immer derselbe, und es will mich sogar bcdünken, alslitte ich unleidlich mehr als früher. Ich muß nun zusehen, wieich die Geduld bewahre, so eine schreckliche Heimsuchung mit An-stand zu ertragen.

(Heine kommt nun auf eine private Angelegenheit, die projcktirteDoktor-Promotion eines Verwandten in Tübingen, zu sprechen undfährt dann fort:)

Ich kann nicht umhin, Ihnen hier eine Anekdote zu erzählen,die noch heutzutage in Göttingen über mich im Umlaufe und die zu-fällig wahr ist. Als ich mich nämlich dort bei dem JustizrathHugo meldete, um unter seinem Decanate Oootor juris zu werden,überreichte ich ihm zugleich die siebenundzwanzig Louisd'or derPromotions-Gebühr. Der alte Hugo wollte das Geld nicht gleichannehmen, und er sagte zu mir: „Wir müssen Sic ja erst prüfen".Hierauf antwortete ich ihm: „Prüfet alles, das Beste behaltet".Ich muß gestehen, daß der Alte sich äußerst freundlich gegen michbetrug und als Decan bei meiner öffentlichen Disputation zwarnicht meine juristischen Kenntnisse, aber meine vcrsificirenden Ta-lente in einer sehr schönen lateinischen Allocution rühmte.

Ich grüße Sie herzlich und verharre mit ausgezeichneter Hoch-achtung und freundschaftlicher Ergebenheit Ihr

Heinrich Heine,50 Rue de Amsterdam.