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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
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Komm heute, denn morgen kannst Du einen stillen Mann anMir findein Die Lähmung meines Körpers schreitet zwar nurlangsam vorwärts, und es mag vielleicht noch eine Weile dauern,che das Herz oder das Lebcnshirn berührt und dem Spaß hiniedcnein Ende gemacht wird, aber ich kann doch nicht für einen saitomortale stehen, und ich möchte gern mit Dir Testament machen.

Dein Heine.

Zch bin, thcucrster Freund, heute so krank, daß ich Dich nichtsehen kann. Das ist ein verwünschter Tag. Morgen früh aber,mag ich mich befinden, wie es auch wolle, komme ich zu Dir um11 Uhr. Dein

H. Heine.

Kurz vorher, im März, war Laube nach Paris ge-kommen. Doch hören wir ihn selbst den Eindruck schildern,den er beim Anblick Heines empfangen und der uns be-weisen mag, wie klar der Dichter seine eigene Lage über-schaut hat. „Da saß er nebeil einer blühenden, in gesunderKörperfülle fröhlicheil Französin, neben seiner Frau, die ihmseit einem Jahrzehnt treulich zur Seite steht. Da saß eran der Mittagstafel, die nicht mehr für ihn gedeckt war —wie verändert! Von einem feisten, aus kleinen, schalkhaftenAugen Funken sprühenden Lebemanne hatte ich vor siebenJahren lachend Abschied genommen, jetzt umarmte ich fastweinend ein mageres Männchen, in dessen Antlitz kein Blickdes Auges mehr zu finden war. Damals glänzend undseilt wie ein Abbe, trug er das lange Haar glatt gekämmt,und der kastanienbraune Schimmer desselben tänzelte lieblichim Strahle des Lichtes; damals war das volle Gesicht glattwie das eines Kammerherrn, jetzt war es eingefaßt voneinem grauen Bart, weil die schmerzlich erregten Nervendas Scheermesser nicht mehr ertragen; jetzt hing das trockengewordene Haar immer noch lange, aber verwildert, grau-gesprenkelt um die hohe Stirn und die breiten Schläfen.„Hätte ich nicht Frau und Papagei," sagte er lächelnd zu