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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
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Wichtiger als alle diese Briefe ist der folgende an einenMann, der später Heines eifrigster Gegner wurde, den erselbst sehr lieblos und scharf angegriffen, und der heutefast vergessen ist, obwohl er seinen Schöpfungen nach einviel besseres Loos verdient hätte — an Wolfgang Menzel.Die Vorgänge sind Jedem, der die Geschichte des „JnngeuDeutschland" nnd die Biographie Heines kennt, znr Genügebekannt, ans denen sich die bittere Feindschaft zwischenHeine nnd Menzel entwickelte. Weniger bekannt dürfte dieThatsache sein, daß beide Männer vordem sehr befreundetwaren und in regem litterarischen Verkehr lebten. Sie sindsckwn als Studenten zu Bonn im Jahre 1819 mit einanderbekannt geworden.*) Dennoch bedurfte Heine erst einesEmpfehlungsbriefes von Börne, mit dem er Ende November1827 auf seiner Reise nach München, Wolfgang Menzelin Stuttgart besuchte. Ans diesem Besuche entwickelte sichein litterarischer Verkehr. Hatten sie ja Beide ein wichtigesGemeinsames: Die Auflehnung gegen Goethe, die sie einanderzuführte nnd lange Zeit neben einander friedlich einhergehenließ. Dieser Uebereinstimmung hat Heine auch in seinerRecension von Menzel's „Litteratnrgeschichte" für die„Annalen" entschiedenen und wahrhaft freundschaftlichenAusdruck gegeben, nnd auch Menzel belobte in seinem„Litteraturblatt" Heines „Reisebildcr", seinen männlichenMuth und die aufregende Kraft seiner Worte. Aus dieserZeit stammt nachfolgender Brief Heines, der sich im Besitzeder Menzel'schen Familie befindet und dessen Copie ich derGüte des Herrn Pfarrers Conrad Menzel verdanke, derdie Denkwürdigkeiten des Lebens seines bedeutenden Vatersbekanntlich mit ebenso viel Pietät als litterarischem Geschickherausgegeben hat. Es handelt sich darin um eine Be-

*) Vgl. die „Denkwürdigkeiten" von W. Menzel (Bielefeld 1877)S. 142 ff.