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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
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ein junger Mann von hervorragenden GeistrSgaben aberallzu schwärmerischer Sentimentalität, welcher seinenlustigen Kameraden oft „wie ein tnimwerHaftes Ueberbleibselaus der Wertherperiode" erschien. Fritz Limpricht war einHamburger. Er wanderte später nach Mexiko aus, wo erNaturwissenschaften trieb und Unterricht ertheilte, und wo erauch in den dreißiger Zahreu gestorben ist. G. Siemens warbis vor wenigen Zahren Oberamtsrichter in Hannover, wo erauch gestorben ist, undGöppert war später, wenn es derselbe ist,Professor derBolanik an dcrBreslauerUniversität. Bleibt nochOtto von Räumer, der in Güttingen ein liebenswürdiger,flotter Bruder Studio, ein intimer Freund Heines und Ver-ehrer seiner Muse war. Später freilich änderte sich das.Raumer wurde preußischer Kultusminister, als welcher erdie berüchtigten Schnlregulative eingeführt und im Zahre1851 den „Romancero" seines Zngendfreundcs verbotenhat, ja sogar die konfiszirtcn Exemplare zerstampfen ließ,weshalb ihn Heine seilten „lieben Zerstampfer" nannte.

Ich habe bereits bewerkt, daß wir leider nur einenBrief Heines an Ocstcrley haben; dagegen bin ich durchdie Güte des Herrn Carl Oesterlei) in London in denBesitz der Copie eines Briefes gelangt, den FerdinandOesterlep über Heine an seine Braut am 5. Oktober 1825geschrieben hat; dort fällt er das nachstende Urtheil überseinen Studienfreund:

„Der Heine ist ein eigener Mensch und noch ein eigenererDichter; das Feld, worauf seine Blumen wachsen, gehört ihmallein, und wenn auch Lord Bhron sein Grenznachbnr ist unddessen Ader höher liegt, so ist's ihm dennoch nicht verstattet, jeneGrenzen zu überschreiten. Wer Heine kennt, kann kaum das Lachenlassen, wenn's ihm einfällt, daß der schmcrzzerrissenc Mensch solchherzzerreißende Lieder dichten konnte; denn dem äußeren Umgangenach zu urtheilen, ist's ihm ebenso einerlei, wenn ihm ein Mädchenuntreu wird, als er eine ungezügelte Angst vor Allem hatte, was

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