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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
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befinde mich wohl. Lebe wohl und behalte mich lieb. Empfiehlmich auch Deiner Familie. Ich hoffe auch, daß die GesundheitDeiner Schwester hergestellt werde. Zch sehe, Geduld hilft undwenn ich meinen Zustand vom vorigen Winter bedenke, so bin ichzufrieden. — Laß oft von Dir hören. Zch werde einige Zeit inLüneburg einsam leben und schreiben; alsdann gehe ich nach Berlin.Und ich bitte Dich, ich bitte Dich sehr, inständigst, schicke mir dochdie Komposition meines Mondschcinlicdes. Zch will es mir oftvorspielen lassen und Deiner in Liebe gedenken.

Dein Freund

H. Heine.

Fernow zu grüßen. Als ich das große Weltmeer sah, gedachteich seiner. — Geppcrt, Limpricht, Siemens, wenn Du sie siehst, grüßmir herzlich. Aber den Fernow grüß mir nochmals.

Der Empfänger dieses interessanteil Briefes war Ferdi-nand Oesterley, geboren 1802 zu Göttingen, Sohn desdortigeil Univcrsitätsraths und Bruder des bekannten Hos-malers Professor Carl Oesterley in Hannover. Nachdemer selbst eine Zeit lang Privatdocent in Göttingen gewesen,wurde er zum Stadtsyndikus erwählt. Er starb 1858 alsOberbürgermeister von Göttingen. Oesterley ist als Autormehrerer juristischer Werke in Fachkreisen bekannt. Unterden Studenten der Georgia Augusta war er als Amateuretil ausgezeichneter Klavierspieler, ja sogar als ein begabterKomponist geschätzt. Später war er jahrelang mit Spohrund Hauptmann, unter dem er Theorie stndirte, befreundetund in regem Briefwechsel. Die freundschaftlichen Be-ziehungen zil Heine datiren ans der Studentenzeit 1824.Oesterley erzählte in spätereil Jahren oft von dem inzwischenberühmt gewordenen Dichter allerlei Schnurren, so z. B.von einer sehr heitern Fahrt ins Bürgerthal, welche bei Gelegen-heit voil Heines Taufe stattfand. Heine behauptete Oesterleygegenüber merkwürdigerweise stets, seine Gedichte seien un-musikalisch lind eigneten sich nicht zur Komposition, währenddieser das Gegentheil fand und zum Beweise ein Lied an

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