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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
286
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In chronologischer Reihenfolge kommt nnn ein BriefHeines an den alten Jugendfreund, an Joseph Lehmann,zum Abdruck. Er lauter:

Lüneburg, den 3. September 1823.

Lieber Lehmann!

Sie sind wohl böse auf mich, das; ich so lange geschwiegen?Ich sehne mich darnach, etwas von Ihnen zu hören. Wie es mirgeht und wie ich lebe, wird Ihnen wohl Freund Moser dann undwann gesagt haben.

Ja lieber Freund, ich bin seit drei Monaten durch einen Strudelvon Verhältnissen und Schmerzen fast nicht zu mir selbst gekommen.Jetzt habe ich wieder Ruhe und arbeite. Wabrlich höchst trockeneSachen, nähmlich meine Juristerep. Ich muß alles Poetische vonmir zurückdrängen, um fürs liebe Brod zu sorgen. Ich gedenkeNeujahr auf ein Paar Augenblicke nach Berlin zu kommen. —

Wie geht es Ihnen? wie leben Sie? was thun Sie? HabenSie über meine Tragödien nichts gehört?

Was macht Berlin und seine Spree-Literatur?

Bitte, bitte, schreiben Sie doch bald Ihrem Freunde

H. Heine.

Der kurze Brief ist biographisch nicht ohne Interesse.Heine war im Mai 1823 von Berlin nach Lüneburg ge-gangen, wo seine Eltern damals lebten. Vorher war erin Hamburg gewesen, wo die unselige, mühsam zurück-gedämmte Leidenschaft für seine Mollp und der unauf-hörliche Krieg mit dem Oheim ihu in jenen „Strudel vonVerhältnissen und Schmerzen" stürzten, dessen er obenerwähnt, lind aus dem er sich nur durch die Flucht indie Lüneburger Heide rctteu konnte.

Der nun folgende Brief ist an Karl Jmmermann,deit treuen Freund und Waffenbruder, gerichtet; in derReihe der Briefe an Jmmermann ist er der fünfte. Erlautet: