— 271 —
Monckton Milnes war der später als Lord Hougthoabek annte englische Schriftsteller und Diplomat, der dieseKonfession des sterbendenDichters aufbewahrt und veröffentlichthat. Sie ist aber nie so bekannt geworden, daß sie dasUrtheil in dem Prozeß Heine oouiwg. England hätte um-stoßen können.
Nichtsdestoweniger hat sich England nach dem Todedes Dichters nicht minder edel gerächt, indem es die unbe-fangene Würdigung Heines fast zuerst in der Weltlitteraturanbahnte und durchführte. Ist es die Objektivität desenglischen Nationalcharakters oder die siegreiche Macht derPoesie Heines, der diese gerechte Würdigung zu verdanken?Oder haben vielleicht beide Thcile zusammengewirkt? Ichweiß es nicht und muß das Urtheil darüber Denen über-lassen, die der Zeit und den Verhältnissen näher gestanden.Ich begnüge mich damit, die Thatsache zu koustatiren, welchemir für die Stellung Heines in der Weltlitteratur von be-sonderem Interesse zu sein scheint.
Von um so größerem Interesse, wenn man ferner erfährt,daß das einzige Werk, in dem der des Deutschen nichtmächtige Engländer bisher Ausschluß über Heines Lebenund Meinungen suchen konnte, ein ebenso albernes wienichtsnutziges ist, nämlich das Buch von W. Stigand:»stüla und Opiuivrm ob Ist. Istaius". Von einem so bornirten,pudelnärrischen Standpunkt hat noch Niemand den unge-zogenen Liebling der Grazien zu erfassen und darzustellengesucht, wie Master Stigand, der mit seinem Werk deshalbauch der verdienten Lächerlichkeit anheimgefallen ist.
Aber schon vor diesem großen Biographen, der nebenvielen andern vorzüglichen Qualitäten einen ganz merk-würdigen Deutschenhaß zu seiner Arbeit mitbrachte, hallenangesehene englische Kritiker die Söhne Albions ans HeinesBedeutung in eindringlichen Betrachtungen aufmerksam ge-