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znforschen, aus welchen diese Antipathie entsprungen. Fürden träumerischen deutschen Poeten, der im Mondschein derRomantik herumwandelte, konnie selbst London mit seinerkolossalen Großartigkeit nichts Verlockendes haben. Dazukam, daß Heine sich damals in allerlei Nöthen, litterarischenund materiellen, befunden hat. Und diese Mißlaune über-trug er auf die Engländer. Später verdichtete sich dieseMißlaune zu dauernder Antipathie.
Erst in den letzten Lebensjahren, wo Heine so manchesVorurrheil ablegte, so manches Unrecht wieder gut zu machensuchte, kam er zu der Ueberzeugung, daß er den EngländernUnrecht gethan habe. Verschiedene Erfahrungen, die ergemacht, mehrere englische Freunde, die er zu seinen bestenzählte, die Anerkennung, die er schon bei Lebzeiten don ge-funden, brachte diese Umwandlung zu Wege. Nicht zumwenigsten die edle und liebenswürdige Frau, die noch anseinem Sterbebette den Grnß der Versöhnung des Dichtersempfing — Ladp Dnff Gordon, der Heine, da sie noch einkleines Mädchen war, im Seebadc zn Bonlogne die artigstenMärchen von Fischen, Nixen nnd Seenngehenern erzählthatte, nnd die er nnn nach zwanzig Aahren als die Gattineines englischen Staatsmannes.begrüßte*). „Ich weiß garnicht, was ich wider die Engländer hatte." so sagte Heineans seinem Sterbebette zu der liebenswürdigen Lady, „daßich immer so boshaft gegen sie war; es war im Grundenur Muihwille, eigentlich haßte ich sie nie, nnd habe sieauch nie gekannt. Ich war einmal in England vor langenZähren, kannte dorr aber Niemand. Zch fand London rechttrist, und die Lente auf der Straße kamen mir unausstehlichvor. Aber England hat sich schön gerächt; es schickte mirganz vortreffliche Freunde — Dich und Milnes — den gutenMilnes und noch mehrere."
*) Vergl. S. 144.