in „Velveteen" erhalten hatte, ist bereits durch eine von derNichte des Dichters allerdings korrumpirt und deshalb un-verständlich wiedergegebene Anekdote bekannt gewesen. Ebensowar die Episode mit der Hexe von Goch, dem rothen Scschen,der Nichte des Düsseldorfer Scharfrichters, schon aus denErinnerungen Max Heines bekannt. Nur daß auch er dieseseltsame Geschichte, die auf die romantische Zugendpoesie unddie schaurigen „Traumbilder" ein Helles Licht wirft, zumTheil wörtlich nach den Memoiren, zum größeren Theil abernach eigener Bearbeitung wiedergiebt. Und da ziehe ich dennschon die Bearbeitung Heines vor, wenn ich auch selbst dieserErzählung gegenüber eine gewisse skeptische Bedenklichkeitnicht zurückhalten kann. Max Heine knüpft an die Geschichtenocb zwei merkwürdige Mitteilungen. Erstens, daß dasrothe Sefchen in der That die einzige und wahre erste Liebeseines Bruders gewesen sei, und dann, daß derselbe jenesAbemeuer später in einer Novelle „Die Hexe von Goch"bearbeitet habe, die aber mit vielen anderen Manuskripteilbei dem großen Hamburger Brande vernichtet worden sei.Von beiden Dingen erzählt Heine in diese» „Memoiren"nichts.
Es wäre ungerecht, wenn man auch durch das nunveröffentlichte Fragment der „Memoiren" eine gelinde Ent-täuschung erfahren hat, dem Herausgeber desselben irgendSchuld beizumessen. Es muß vielmehr anerkannt werden,daß dieser eine litterarische Ehrenpflicht erfüllt, und seinerAufgabe sich mit Geschick und großer Gewissenhaftigkeitentledigt hat. Ohne die Posaunenstöße der Reklame, alsein litterarischer Fund, der nun veröffentlicht werdensoll, wären die „Memoiren" überall günstig aufgenommenworden. Mail hätte sie vielleicht sogar als einen inter'essanten Beitrag zur Lebensgeschichte des Dichters bezeichnet.Nach dem journalistischen Lärm aber mußte der Eindruck