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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
263
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die Lehrer des Düsseldorfer Lyceums geförderten Liebezum Katholizismus erzahlte, das war allen Kennernseiner Schriften bis auf einige nicht zu unterschätzendepsychologische Züge schon hinlänglich bekannt. Geradezukomisch klingt es aber, wenn er seiner Mutter nachsagt, siehätte es schließlich bereut, daß sie ihn nicht „dem geistlichenStand gewidmet." Auch in den Erinnerungen seines Brudersoder seiner Nichte befindet sich eine ähnliche Mittheilung, nochverstärkt durch ein Wort Heines: „Ich hätte können Erzbischoswerden!" Nun muß man aber nicht vergessen, daß HeinesEltern, Vater und Mutter, fromme Anden waren; zu derZeit, von welcher diese „Memoiren" sprechen, sogar orthodoxeAnden; man kann also diesen Scherz nicht anders auslegen,als daß seine Mutter gewünscht hätte, Heine hätte Rabbinerwerden sollen. Doch dies alles ist nur Scherz. Am Ernstgesprochen, ist es an der Zeit, von der thörichten Großmanns-sucht zu reden, die zu den willkürlichsten Annahmen,Entstellungen und Vertuschungen gegenüber der Thatsacheführt, daß die Eltern des Dichters arm, und daß sie jüdischerAbstammung waren. Beides ist notorisch, sie aber stellendas Erste entschieden in Abrede, das Andere suchen sie durchsolche Anekdoten, wie die oben erzählte, zu vertuschen.Handelte es sich um die Neigungen von Privatleuten, sokönnte es fiir die deutsche Litteratur sehr gleichgültig sein,welcher Ansicht ein russischer Staatsrath und eine italienischeFürstin über Heine sind. Aber es handelt sich um einendeutschen Dichter, dessen Charakterbild durch solche Fabelnverdunkelt wird, und da ist es Pflicht, ein ernstes Wortzu reden. Nur auf dem Untergründe der realen Ver-hältnisse wird uns das Wesen Heines erklärlich und ver-ständlich; sie aber entziehen diesem Werke jede Basis, wennsie diese Verhältnisse anders darstellen, als sie in der Thatgewesen sind. Heines Eltern waren ziemlich wohlhabend,