die Hälfte der Scherze und Anspielungen in den „Reise-bildern" nicht mehr, die sich auf Personen und Ereignisselängstvergangener Zeit beziehen. Mit welchem Interessewir auch heute noch die „Reisebilder" lesen, von dembacchantischen Rausch, in den sie Alt und Zung, Fürstenund Demokraten, Metternich und Gentz, Varnhagen undHumboldt bei ihrem Erscheinen versetzt, haben wir keineVorstellung mehr. Dies Alles wird uns erst recht klar,wenn wir das Memoirenfragment gelesen haben. Bringtdasselbe in die ästhetische Würdigung des Dichters, dessenPoesie man, wie ich glaube, noch uicht genug hoch, unddessen Prosa man vielleicht zu hoch schätzt, Klarheit undrichtiges Maß, so wollen wir es mit Freuden begrüßen.Man wird dann sein unsterblich Theil von dem vergänglichenendgültig absondern und jenes allein wird seinen Namenund seine Lieder zur fernsten Zukunft tragen.
Treten wir nun de» „Memoiren" selbst etwas näher,so stellen sie sich uns als ein Stück der ErziehnngsgeschichteHeines etwa aus den Zahren 1800 — 1816 dar. Alsein Beitrag zu dieser hätten sie ohne Zweifel hohen Werth,wenn sie uns wesentlich neues Material brächten. Leiderist auch dieses kaum der Fall. Die Bilder der Mutter unddes Vaters, die Schilderung der blassen Zosepha, der Nichtedes Düsseldorfer Scharfrichters, das sind die wichtigstenPunkte der Darstellung, deren Einzelheiten wohl noch dieKritik beschäftigen werden. Von einer „Wechselwirkungäußerer Begebenheiten und innerer Seelenereignisse", die„die Signatur» meines Sepns und Wissens" offen-baren würde, kann in diesem Fragment nichts verspürtwerden. Ein Meisterstück jener obenerwähnten poetischenProsa aber ist die Einleitung. „Lege dein schönes Hauptauf meiue Knie und horche, ohne aufzublicken. Zch willdir das Märchen meines Lebens erzählen." Das ist Heine,