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„Memoiren" vorbereiteten. Die vorliegenden Schilderungenmachen ganz den Eindruck einer alten Photographie: dieZüge sind halbverwischt und kaum noch die Umrisse-derder Gestalt sind aus dem fahlen Aschgrau herauszuerkennen.
Aber nicht allein dieses Dämmerlicht ist es, das dieErinnerungen hinter denen der „Reisebilder" zurückstehenläßt, es kommt noch ein anderes, wichtigeres Moment hinzu,das ich schon oben augedeulet. Die Gegenwart ist in derThat über Heine hinausgegangen und vorgeschritten. Wirsind seit seinem Tode fast dreißig Jahre älter geworden.Heine hat eine große Schule gemacht, und es ist nicht zuleugnen, daß die Wiener Fenilletonisten in der Manierseines Stiles schreiben und oft bessere Witze machen als er.Die äußerliche Manier seines Stils war leicht nachzuahmen,schon bei Lebzeiten Heines konnte mau eine Parodie des-selben nur schwer vom Original unterscheiden. Das Bizarreund Frivole seiner poetischen Prosa, der Studentenstil,um mit Julian Schmidt zu sprechen, und das souveräneFeuilleton sind mit ihm in die Litteratur gekommen undhaben sie lange beherrscht. Am Ende ist mau aber dieserForm überdrüssig geworden und hat sich anderen Stilartenzugewandt — und nun kommt der alte Dichter mit deralten Romantik, und erzählt uns dieselben Scherze oft mitdenselben Phrasen, oder auch neue Scherze in der her-gebrachten Weise jener koketten Selbstspiegelung, die ihmvon jeher die meisten Gegner erweckt hat. Wie konnteda die Enttäuschung ausbleiben! Wenn es noch eines Be-weises bedurft hätte, dieses Memoirenfragment wird ihnliefern, daß nur Heines Poesie allein sein unsterblich Theilist, während ein großer Theil seiner Prosaschriften wohlein interessanter und wichtiger Theil der Kulturgeschichteauf lange hinaus bleiben, dauernde Bedeutung aber kaumbehalten wird. Schon heute versteht die Mehrzahl der Leser