gegangenes biographisches Denkmal, wie es Alfred Meißnerdem dahingeschiedenen Freunde bald nach dessen Tode er-richtete, fand nur wenig Leser und ging, nach Meißnerseigenem Geständniß, fast unbeachtet vorüber. „Versunkenund vergessen", das schien auch dieses Sängers Fluch zusein. Mit dem Zahre 1870 änderte sich die Situationeinigermaßen zu Gunsten Heines. Neben Angriffen aufseinen mangelnden, kamen Dithyramben auf seinen prophe-tischen Patriotismus, der in Prosa und Versen die EinigungDeutschlands und die Wiedergewinnung Elsaß-Lothringensvorher verkündet hatte. Es begann die Periode der Wallfahrten nach dem Grabe Heines. Kein deutscher Tourist konnteaus Paris zurückkehren, ohne am Grabe Heines gestandenund seine elegischen Empfindungen, nebst der bekanntenSchilderung des Montmartre, den Lesern und zahlreichenVerehrern des Dichters mitgethcilt haben. Hatte aber derDichter in der That zahlreiche Verehrer? Wie es scheint,nein. Zum Mindesten in der oberen Schicht der litterarischenZehntansend nicht, oder richtiger, nicht mehr. Diese warenschon über Heine hinaus fortgeschritten. Selbst, als dasLeben des Dichters, von allen Mythen und Entstellungengereinigt, in wissenschaftlicher Darstellung von Adolf Strodt-mann vorgeführt wurde, konnte dieses vortreffliche Werkweder für sich noch für seinen Helden einen dauerndenErfolg erringen.
Die neueste Wandlung zu Gunsten des Dichters, einvölliger Umschlag in der Stimmung aller litterarischen undnicht litterarischen Kreise, datirl seit dem Tode Mathildens,seiner Gattin, eigentlich aber schon seit dem Zahre 1880,als das „Deutsche Montagsblatt" zuerst durch seinen Mit-arbeiter Paul d'Abrest „Die Zagd auf Zulia", den an-geblichen Besitzer der „Memoiren", anstellen ließ. Seitherist die Frage der Memoiren nicht mehr zur Ruhe gekommen,
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