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ich meinen, den Eindruck eines aufrichtigen Verehrers derMuse Heines zusammenfassen und ehrlich bekennen, so mußich sagen: der Eindruck dieser Aufzeichnungen aus dem Leben'des Dichters ist der einer Enttäuschung. Es muß das umso stärker betont werden, weil der Publikation der Memoireneine journalistische Reklame voraufging, die wohl geeignetschien, den literarischen Thatbestand zu verdunkeln. Dabeiwar für den Beobachter eine interessante Wahrnehmung zumachen, welche merkwürdigen Wandlungen das Interessefür Heine und an seinem Schaffen in den letzten dreißigJahren durchgemacht hat.
Nimmt man heute die erste beliebige litterarische Zeit-schrift aus den dreißiger oder vierziger Jahren zur Hand,so wird man kaum eine oder zwei Nummern lesen können,ohne irgend eine pikante Notiz über Heine zu finden. Baldhandelt es sich um ein Duell, eine Liebschaft, eine Heirath,zu Zeiten wohl auch um eine Tracht Prügel oder einehistorische Ohrfeige, bald wieder um ein neues Werk, eiueprojektirte Zeitschrift, eiue Wandlung in politischen undreligiösen Anschauungen. In der nächsten Nummer kommtdie Berichtigung, in der dritten ein geharnischtes Dementi,und nicht selten hält dann schließlich in der vierten Nummerder Korrespondent seine Mittheilung in allen Theilen auf-recht. Daun starb Heine. Wie mit einem Schlage wardie Situation verändert. Die Rubrik: Heine, die sich all-mählich zu einer Seeschlange für die deutschen Journaleherausgebildet hatte, verschwindet fast völlig aus den Spaltendeutscher Blätter. Kaum daß die größeren noch ausführlicheNekrologe über den Dichter brachten. Die „AugsburgerAllgemeine Zeitung", deren treuer Mitarbeiter Heine längerals zwanzig Jahre gewesen war, fand auch dies nicht ein-mal für nöthig. Ja noch mehr, ein so geistvolles, auswarmem Herzen und feinsinnigem Verständniß hervor-