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„Memoiren" lesen, in denen er mit allen seinen FeindenAbrechnung halten will. „Ach, krank und elend wie ichbin", — so schreibt er an die schöne Friederike Robert —„wie zur Selbstbespottung, beschreibe ich jetzt die glänzendsteZeit meines Lebens, eine Zeit, wo ich berauscht von Ueber-muth und Liebesglück, ans den Höhen der Appeninen um-herjauchzte, und große, wilde Thaten träumte, wodurch meinRuhm sich über die ganze Erde verbreitete bis zur fernstenZnsel, wo der Schiffer des Abends am Heerde von mirerzählen sollte."
Es vergehen lange, bange Zahre, der Dichter hat desLebens L eid und Lust erfahren und befindet sich eben wieder inder bittersten Stimmung, da die Censur seine Gedankengemordet und mancherlei Unglück seine Verhältnisse zerrüttethat. Da schreibt er au Julius Campe, den alten treuenVerleger und Beichtiger seiner Literaturschmerzen: „Ich steheschon schlecht genug mit meinem Oheim, ich sitze bis an denHals in großen Zahlungsnöthen und er läßt mich in Stich,aber ich bin nicht der Mann, der um dergleichen Misereauch nur in einer Zeile sich rächt. Gottlob, als ich meine„Memoiren" schrieb, wo er oft besprochen werden mußte,standen wir noch brillant und ich habe wahrlich ihn eouuvaork gezeichnet."
Zweierlei erhellt aus dieser Notiz. Erstens, daß Heineim Zahre 1836 bereits einen oder zwei Bände seiner Er-innerungen geschrieben hatte, und dann, daß es eine bös-willige Verleumdung war, wenn man damals behauptete,die Familie Heine hielte die Publikation , der „Memoiren"wegen der Schilderung zurück, die der Neffe darin vomOnkel entworfen habe!
Die Bestätigung der ersteren Folgerung enthält schonein wenige Monate jüngerer, gleichfalls an Campe ge-richteter Brief, in dem es heißt: „Hätte ich nicht heute