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in Hamburg Folgendes zu lesen bekommt: „Ich weiß nicht,ob du mich verstanden; wem: du einst meine Memoirenliest und einen Hamburger Menschentroß geschildert findest,wovon ich einige liebe, mehrere hasse und die meisten ver-achte, so wirst du mich besser verstehen." Doch wird aufdiese Aeußernng des Dichters noch wenig Wert zu legensein — er konnte ja auch die künftig zu schreibenden „Me-moiren im Sinne gehabt habe» — ebensowenig wie ansdie Bemerkung in einem Briefe an Ludwig Robert ausdemselben Jahre: „Vielleicht erleben Sie es noch, meineBekenntnisse zu lesen, und zu sehen, wie ich meine Zeit-genossen betrachtet, und wie mein ganzes trübes, drangvollesLeben in das Uneigennützigste, in die Idee, übergehl."
Erst aus dem Zahre 1825 datiren frohere Nachrichtenüber die Memoiren des damals also fünf- oder achtund-zwanzigjährigen Mannes. In einem Briefe an Moser, denmodernen „Marquis Posa", erklärt er, daß er an einem „an-gefangenen zFausll, Memoiren und dergleichen" arbeite. Undein kürzlich verstorbener Studienfreund Heines von der GeorgiaAugusta, Eduard Wedekind, bestätigt nach seinem Tagebucheans jener Zeit, daß ihm der Dichter auf seine diesbezüglicheAnregung erwidert habe: „Ich habe schon einen Anfangdazu gemacht, indem ich Memoiren schreibe, die schon ziemlichstark angewachsen sind. Jetzt bleiben sie indeß liegen, weilich anderes zu thnn habe; ich werde sie aber fortsetzen, undsie sollen entweder nach meinem Tode erscheinen, oder nochbei meinem Leben, wenn ich so alt werde, wie der alteHerr!" (Goethe.)
Schon wieder sehe ich das Lächeln ans den Lippendes geneigten Lesers sich festpflanzen, der diese Bemerkungenim mildesten Falle für studentische Rodomontaden halten wird.Das Lächeln aber schwindet, wenn wir nach Jahren wiederdie erste wehmüthige Mittheilring des Dichters über seine