französischen Präfektur an das Zeitungslicht gezogen wurde,beschäftigt sich das deutsche Volk mit dem zu erwartenden Werkedes Dichters. Vor zehn Jahren wußten nur die Heineaneretwas von der Existenz des Werkes, dessen Verbleib ihnen aberebenso unbekannt war wie heute, und dem sie bald im Geld-schrank des Bruders, bald in den Archiven des österreichischenFinanzministeriums seinen Ruheplatz anwiesen. Ich erinneremich noch sehr lebhaft, daß mir Maximilian Heine, mitdem ich damals in der vielbesprochenen Berliner „Artistisch-Litterarischen Gesellschaft" oft verkehrte, ein donnerndes:„Polizeispiou!" entgegenschleuderte, als ich ihn nach ^»„Me-moiren" ausfragen wollte. Tie einzig sichere Duelle, die wirfür die Existenz der „Memoiren" hatten, waren die Briefe Heinesselbst und die Mittheilungen Alfred Meißners aus demLeben des Dichters. Es ist merkwürdig, das es in neuererZeit Niemandem eingefallen ist, danach zu fragen, wasHeine selbst von seinen „Memoiren" berichtet, da dies jadie Neugierde wesentlich gesteigert und uns wenigstenseinigermaßen über den Inhalt und die Bedeutung der viel-umstritteneu „Memoiren" instruirt hätte. Ich will es daherversuchen, das Wichtigste darüber nach den Quellen zugruppiren und durch einige Bemerkungen zu ergänzen,die die Mpthenbildung über dieses Werk vielleicht aufklärenhelfen.
Daß Heine im Alter von 23 — oder nach andererBerechn ung von 26 Jahren, da viele der Ansicht sind, daßer 1797 geboren wurde — bereits anfing, seine „Memoiren"zu schreiben, wird mit Recht ein Lächeln erregen. Jndeßwird es Niemanden wundern, der sich daran erinnert, daßHeine zu derselben Zeit den Vers gemacht: „Ich bin eindeutscher Dichter, bekannt im deutschen Land" u. s. w.,wenn er in einem Briefe des stuä. für. Harry Heineans Berlin vom 7. April 1823 an seinen Freund Wohlwill