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scharfen Lächeln, zuweilen wandelt über die bleiche, gedanken-stolze Stirn schwere Sorge — es ist der Traum eines Dichter-lebens, den Heine zum letzten mal träumt. Und wir er-kennen ihn aus den einzelnen zusammenhangloseil Worten,die vernehmlich an unser lauschendes Ohr klingeil und unsdie Gestalten, Situationen, Gedichte und Momente vor dasgeistige Auge zaubern, aus denen dieses reichbewegte Leben,das nun seiilem Ende zugeht, sich zusammengesetzt hat.
Heine ist erwacht. Wie so oft auch im Leben desGesunden Traum und Wacheil sich in einem Momentzusammenfinden, so spinnt mich der Kranke die Traumfädenimmer weiter, die mit den Sonnenstrahlen sich zum lieblicheilBilde in der Phantasie des Dichters einen. Das letzte Ge-bilde seines Schaffens liegt vor ihm ans der Decke; es sindnoch nicht zwei Tage vergangen, da es seinem Geiste ineiner glücklichen, schmerzfreien Stunde sich entrungen, undnun liest er es wieder, und tief ergreift ihn die schauerlicheSymbolik des eigenen Lieds, in welchem er das eigeneLeid verewigt hat:
Du warst die Blume, du geliebtes Kind,
An deinen Küssen mußt' ich Dich erkennen.
So zärtlich keine Blumcnlippen sind,
So feurig keine Blumcnthränen brennen!
Geschlossen war mein Aug', doch angeblicktHat meine Scel' beständig dein Gesichte,
Du sahst mich an, beseligt und verzücktUnd geisterhaft bcglänzt vom Mondcnlichte.
Wir sprachen nicht, jedoch mein Herz vernahm,
Was du verschwiegen dachtest im Gcmüthe —Das ausgesprochne Wort ist ohne Scham,
Das Schweigen ist der Liebe keusche Blllthe.
Lautloses Zwiegespräch! man glaubt es kaum,
Wie bei dem stummen, zärtlichen GeplauderSo schnell die Zeit verstreicht im schönen TraumDer Sommernacht, gewebt aus Luft und Schauder!
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