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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
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Geist erkennen, nnd es. ist begreiflich, daß der alternde krankeDichter an der lebhaften und schönen jungen Dame, dieStunden lang an seinerMatratzengruft" saß, ihm vorlas,Briefe schrieb, Korrekturen machte, das herzlichste Wohl-gefallen haben, ja daß er ihr die innigste Neigung zu-wenden mußte. Zu der That sind die folgenden Billets derAusdruck einer solchen Zuneigung, die den noch immerjugendlich empfindenden Heine gar mächtig erfaßt hat.Er erzählt ihr Alles, er klagt ihr Alles, und beichtet ihrManches, was er erlitten und getragen, indeß sie abwesendwar. Schon aus dem Ton der nächsten Billets ist dasWachsen dieser Neigung, die am Baume seines Lebens nocheine späte aber schöne Blüthe reifte, deutlich zu erkennen.So lautet eines der folgenden Briefchen:

Thcurcs Kind!

Ich habe cincn Migräne-Anfall, welcher, wie ich fürchte, morgennoch fortdauern, ja wahrscheinlich noch schlimmer werden wird. Icheile, Dich davon zu benachrichtigen, damitDu weißt, daß morgen keineSchule ist und daß Du folglich über Deinen Nachmittag nach Be-lieben disponircn kannst. Ich rechne aber auf Dich für über-morgen. Wenn Du nicht kommen kannst, so laß es mich vorherwissen, mein theures, süßes Kind. Ich werde Dich nie prügeln,auch wenn Du es durch ein Uebermaß von Dummheit verdienensolltest. Vor Allem, um die Ruthe halten zu können, muß manmehr Kraft haben, als ich besitze. Ich bin niedergeschlagen, leidendund traurig. Ich küsse die pattos äs inonalro.

Dein Freund H. H.

Auf denselben To» sind null auch die folgeudeu Briefegestimmt, von denen Frau Seiden noch sechs mittheilt,die aber wie gesagt zum Theil schon im deutscheuOriginaltext veröffentlicht und bekannt sind. Die Aufschriftenund Unterschriften wechseln beständig in diesen kleinenBriefchen, den letzten Boten des sterbenden Dichterlebens!Bald heißt sieLiebste Katze!" baldTheure süße Seele!"bald wiederGeliebte Mouche!" Er selbst ist heute ihrLotos-