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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
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ich für ihn eine Lanze brach, mich selbst vorbereitete für denTag, da ich mich gegen menschliche Bosheit nnd Niedertrachtzu wehren haben würde."

In der That, ein bemerkenswerthes Gestündniß, dasnoch ergänzt werden mag durch ein von Heine citirtes Wort:„Unsere Geister sind nahe verwandt; und deshalb habe ichDir nichts zu verbergen."

Es entspann sich nun zwischen dem alternden, aber »ochimmer liebesbcdürfligen nnd der Frauenschönheit huldigendenDichter und der jungen, begeisterten nnd schönen Verehrerinein merkwürdiges Verhältnis;, eines jener Verhältnisse, dasdem Psychologen viel zu denken geben mag, zu dem aberder Literarhistoriker sofort in des greisen Goethe Beziehungenzu Ulrike von Lcvetzow eine Parallele finden wird. Nurdaß Goethe ein Achtziger und Heine kaum ein Fünfziger,jener aber freilich gesund nnd kräftig, nnd dieser ein Todes-kandidat war.

Die einzelnen Stadien dieses Verhältnisses mag manin dem Buche von Frau Seiden verfolgen. Zum großenTheil sind sie den Verehrer» des Dichters schon aus derDarstellung Alfred Meißners bekannt, nnd es ist der Dameselbst nur eine späte, nicht gerade reiche Nachlese von Ge-sprächen und Briefe» übrig geblieben, die sie nun, nachdem dieBedenklichkcitennndSknipelderZugendderreifenUebcrlegungdes Alters Platz gemacht, ohne Scheu publiziren kann.

Weil sie ein- Petschaft mit einer eingravirten Fliegeführte, nannte sie Heine beständig die Mouche, und unterdiesem Namen war sie bis jetzt allein bekannt. Einenunsäglich rührenden Eindruck machen die kleinen Billets,die der kranke Dichter an diese Mouche richtet, voll Liebcs-bedürfniß, voll Sehnsucht und voll Schmerz. . . . Das Post-skriptum enthält gewöhnlich eine lakonische Mittheilung überseinen trostlosen Zustand. Es sind nicht große literarische