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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
221
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für jetzl vorläufig mit Camille Seiden zu thuu, diegegenwärtig Lehrerin der Literatur au einer Mädchenschulezu Ronen und überdies eine eifrige Schriftstellerin ist.

Eine Deutsche von Geburt Meißner hält sie füreine Pragerin, Wilhelm Singer, der sie bekanntlich sogarinterviewt" hat, für eine Sächsin kam Camille Selbenfrüh nach Paris und soll sich dort im Alter von 18 Jahren in xnrnntbgsi: heute zählt sie etwa 57 Jahre aneinen Franzosen verheirathet haben. Die Ehe war nichtglücklich und wurde nach einigen Jahren getrennt. DieArt und Weise, in der dies geschehen sein soll, ist nichtweniger romantisch, wie das ganze Leben der Dame. DerFranzose gab nämlich vor, in London Geschäfte zu habenund ersuchte sie, ihn dahin zu begleiten. Zu London an-gekommen, ließ er sie unter dem Borwande, sie sei wahn-sinnig geworden, in ein Irrenhaus sperren. Die Unglück-liche, ohnedies von zarter, nervöser Natur, erkrankte inFolge der schrecklichen Gemüthserregnng. Es trat eine Para-lyse ein, io daß sie nur undeutliche und unzusammen-hängend» Worte sprechen konnte. Aber auch aus diesen er-kannte ein intelligenter, junger Arzt den wahren Sachverhaltund es gelang ihm, der Armen nach erfolgter Genesungdie Freiheit zu erwirke».

Natürlich betrieb sie nun selbst die Scheidung und reistehierauf nach Paris zurück. Dorr lebte sie mit ihrer Mutter,und dort lernte sie Meißner kennen. Die Beziehungendes Dichters zu der seltsamen Fran sind von ihmselbst in seinemSchaticntanz" in eigenartiger, liebens-würdiger Manier erzählt worden und ich brauche sichernur ans dieses Brich hinzuweisen.

Daß trotzdem und auch ungeachtet der meiner Ansichtnach nicht durchweg zutreffenden Mittheilungen der Fürstindella Rocca noch genug Räthsel in der Geschichte bleiben,