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treuen Frennde Heines, der sonst seine intimsten Familien-angelegenheiten kannte, nnd lautete klipp und klar: „Unsinn!"Dieses harte Wort schreckte mich jedoch nicht von weiterenNachforschungen ab, zumal ich durch eine Mitthcilnng vonAdolf Stahr in seinem Bericht über einen Besuch bei Heineinzwischen ans die richtige Fährte geleitet worden war. Eswar Ende Oktober des Jahres Ü85V, als Stahr zum ersten-male Heine sah. Er sprach mit ihm wie mit einem altenvertrauten Freunde: über seine Eltern, seine Jugend, seineaugenblickliche Lage, und schließlich führte er ihm auch dieGattin und das Adoptivtöchterchen vor.
Wenn man heute etwas von Adolf Stahr erfahrenwill, so muß man sich an Fanny Lewald wenden. Diegreise Schriftstellerin erwiderte auf meine Aufrage mit ge-wohnter Liebenswürdigkeit Folgeildes: „Das Kind, ein kleinesMädchen, kam gar nicht bei unsren Besuchen bei Heine zumVorschein oder in Betracht, wenn Heine nicht seiner flüchtigals „des Kindes" erwähnte und seine Scherze erzählte."
Also das Kind kam nicht zum Vorschein. Aber eshat doch existirt. Jawohl, sagte mir ein alter FreundHeines. Aber es war ein Pflegekind, eigentlich das Kindeiner Freundin Mathildens, das Heine zu sich genommenhatte. Diese Freundin, Frau A. wird von Alfred Meißner,der sie kannte, als eine lebhafte Pariserin geschildert, mitschwarzen Augen und schwarzem Haar; ihr Mann hatteeine Schnittwaarenhandlung in derChaussee dÄntin, träumteaber stets von einem größeren Wirkungskreise. Die kleineAlice, so hieß das Kind, hatte Heine aus der Taufe gehoben.„Er liebte das Kind über die Maßen." Seinetwillen wurdenMutter und Vater mit hingenommen, so wenig sie, nament-lich der letztere, in den Kreis paßten. Eine schlanke, reizendeMademoiselle Jenny wachte über die kleine Alice, führtesie alle Tage im Wagen zu Heine und wieder nach Hause.