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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
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ich Dich liebe bis zum Wahnsinn, meine liebeGattin" — so lautet die erste Versicherung, als Heinekaum im Hanse der Mutter zu Hamburg angekommen,und diese Versicherung variiren die folgenden Briefe in allenmöglichen Tonarten. Wer diese Briefe aufmerksam durch-gelesen und dann noch bezweifeln kann, daß diese Frauein Glück für Heine gewesen, der urtheilt wider besseresWissen, der wird gut daran thun, den Ausspruch LudwigBörnes sich klar zu machen: Die wahre Liebe würdigt ihrenGegenstand; aber das ist die wahre Liebe nicht, die nurdas Würdige liebt!

Und deshalb muß ich auch heute noch die Behauptungaufrecht erhalten, der ich schon vor fünfzehn Jahren,damals freilich auf starken Widerstand stoßend, entschiedenenAusdruck gegeben, daß Heine in seiner Ehe und durch die-selbe ein Glück genossen, das eine andere Frau, selbstvon höherer Bildung und vornehmerer Herkunft, ihmkaum zu bieten im Stande gewesen wäre, wenn ihr jeneMunterkeit und frohe Laune, jene Naivetät und Harm-losigkeit gefehlt hätte, die Heine an seiner Mathilde so sehrentzückte. (Am wenigsten ein deutscher Blaustrumpf, fügteich damals hinzu, nicht ahnend, daß sich auf mein sündigesHaupt, und noch mehr auf das der armen Mathilde einesolche Last blanstrümpflichen Zornes entladen würde!) Daßan diesem Ehehimmel auch gar oft trübe Wolken herauf-zogen — wer vermöchte zu entscheiden, ob Heine oder seineFrau die schuldige Veranlassung waren? Und ob nicht gardritte Personen die Hand mit im Spiele hatten?

Ich habe bereits erzählt, daß Heine im Jahre 1843seine Mutter in Hamburg besuchte und von dort aus jeneentzückenden Briefe voll inniger Liebessehnsucht an feineMathilde schrieb. Im darauffolgenden Sommer wiederholteer diese Reise mit seiner Frau. Vorher schrieb er an seine