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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
194
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gütigen Heine, der alte Knabe, an den Tag legte.Ganzder Dichter eines Märchens trippelte er umher. Wie einausgelassener Knabe, der Witze reißt über sich selbst, erklärteer uns stets im Vorüberhuschen den Grund seines Wohl-behagens." Und ungefähr zur selben Zeit schrieb Heine aneinen andern Freund an August Lewald aus Paris:Haben Sie das Hohe Lied des Königs Salomo gelesen?Nun so lesen Sie es nochmals, und Sie finden darin Alles,was ich Ihnen heute sagen könnte." Und schließlich:LesenSie das Hohe Lied von König Salomo; ich mache Sie auf-merksam auf dieseu Mann." Aus diesem Hoheu Licde abercitirte der Dichter damals beständig, wie mir ein Freundvon ihm erzählte, jene herrliche Stelle, die man als diePerle des erhabensten Liebesgedichtes betrachten darf:Stark wie des Sterbens Los ist die Liebe!

Fest wie Hölle hält heiße Minne!

Zhre Gluthen sind Feucrgluthen,

Sind Flammen Gottes. Gewaltige WasserKönnen nicht löschen die Liebesgluth,

Nicht Ströme können hinweg sie sluthcn.

Wenn einer böte all sein VermögenUm die Liebe, man wiird' ihn verhöhnen."

Als ihn eine befreundete junge Dame damals lim einAutograph für ihr Albuin bat, schrieb der Dichter zunächstdiese Worte hin, zerriß das Papier aber alsbald mit demAusrufe:Nein, es wäre schade um deu schönen Vers, denman ja doch nur verstehen kann, wenn man in den Bandeneiner solchen höllcnheißen Minne steckt."

Daß aus einem solchen Verhältniß sich eine Ehe ent-wickeln werde, davon wareil damals fast alle Freunde Heinesüberzeugt und nur wenige waren darunter, die ihn volldieser Heirath abriethen. Ueberrascht war aber gewißNiemand, als er die Nachricht las, daß der Dichter Heineam 31. August 1841 in der Kirche zu St. Sulpice iu Paris