Druckschrift 
Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
182
Einzelbild herunterladen
 

182

Französisch" sprach, diese Versicherung hätte uns Laube nichterst zu geben brauchen. Zu einem eigenthümlich geschnittenengraunen Morgenmantel, den Kopf unbedeckt, das schwarze,volleHaar griechisch gescheitelt und in einem tief hinabgehendenKnoten geschlungen, also eigentlich ganz modern! so er-schien George Sand vor den beiden deutschen Dichtern. In-zwischen bereitete ihr Chopin die Chokolade am Kamin undsie trank sie, indem sie Heinemit heiterer Herzlichkeit" be-grüßte. Er schien ihr sehr werlh zu sein, erzählt Laube.Sie fuhr ihm mit der Hand über das Haar und schaltihn äußerst anmuthig, daß er sie so lange nicht aufgesucht habe."

Von Schriftstellerei war zunächst nicht die Rede, wiedenn überhaupt in französischen Literatnrkreisen derartigeThemata nur sehr selten erörtert werden. Höchstens litera-rische Anecdoten oder Honorarfragen werden in solchen Ge-sellschaften geduldet, sobald keiner der Anwesenden dadurchverletzt werdeu kaum Da aber Heine das große Wortführre, dessen humoristisches Steckenpferd doch nun einmaldie Literatur war und blieb, so fehlte es nicht an Scherzen,ironischen Bemerkungen und Malicen über bekannte Per-sönlichkeiten der französischen Gesellschaft. Mit mildem Ernstund mit seltener Klarheit antwortete George Sand auf alleBemerkungen des deutschen Dichters. Dann nahm sie auseinem Etui Papiercigaretteu und bot solche der Reihe nachan. Keiner von den Herren die Gesellschaft hatte sichinzwischen vergrößert rauchte. Auch Heine nicht. Endlichwandte sie sich an Laube:Ach, Sie kommen aus Deutsch-land, Sie rauchen mit mir eine Cigarre?"

Von den neuhinzugekommenen Personen des Kreisesnennt Laube nur den jungen Herzog von Larochefoucauld, Sosthänes denselbenCavalier der Legitimität", derein eifriges Mitglied der sogenannten Elluiubi-k iutrouvublswar und deren politische Grundsätze bis zu seinem Tode