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cnva von Chamisso sprechen. Mancher weiß gar nicht, daßdieser ans Frankreich, jener aus Teutschland stammt. Aller-dings haben wir aber ein größeres Recht, Chamisso füreinen Deutschen, alsjene, Heine füreinen Franzosen zu erklären.
Am andern Morgen wurde der Versuch wiederholt.Laube wollte nicht nach Deutschland zurückkehren, ohne daß„literarische Mannweib" gesehen zu haben, von dem mausich in der Heimat so ungeheuerliche Geschichten erzählte.Tiesmal trafen sie die Dichterin glücklich zu Hanse. Aller-dings lag sie — es war 2 Uhr Mittags — noch zu Bette.Aber sie ließ durch ihre Zofe melden, daß sie sofort auf-stehen und die Herren empfangen werde.
Als wenn es gestern gewesen wäre, so erinnerte sichLaube noch nach mehr als vierzig langen Jahren jederEinzelheit dieses Besuches, so schilderte er mir in seinerkurzen, aber treffenden Weise das Interieur der Wohnung,den Eindruck der Erscheinung von George Sand. Schonnach der ersten Begrüßung und Vorstellung war es ihmklar geworden, daß die Bezeichnung „Mannweib" für dieseFrau eine durchaus irreführende sei. Den besten Platz ihresSalons nahm das Bild ihres Sohnes ein, eines Knabenvon etwa 12 bis l4 Jahren, „ein echter Van Dyk", wieLaube sagte, „ein liebes Menschenantlitz", wie George Saudfreudestrahlend hinzufügte. Sie war ein echtes Weib —im Leben wie in ihren Büchern, deren Hauptgedanken Laubein seiner knappen Art sehr richtig so zusammenfaßte: Siefft von einem Manne verfolgt, der etwas von einem Dämonhat, selten den Geist, sonst aber alle Schrecken und Reize desDämons. Sie ist ferner von einem Drang nach Religiongetrieben, der Alles an ihr durchdringt — sie sehnt sich,sie schmachtet nach einem Gott, dem sie sich hingeben möchte!
Das Gespräch wurde natürlich zwischen den Dreienfranzösisch geführt. Und daß George Sand „das schönste