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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
176
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»Elmrolle? 1«. kämm«!" heißt es natürlich auch beimzweiten Punkt in den Beziehungen Heines zu Meißner.Und das ist ein sehr heikler Fall, der auch heute nach nichtmit noller Offenheit zu behandeln ist, da noch eine drittePerson lebt, deren Rechte geschont werden müssen. Diekundigen Leser haben sicher errathen, daß es sich um dieMouche, jenes räthselhafte Wesen handelt, das in vorgerücktenZahren selbst den Schleier von ihrem bis dahin poetischverhüllten Bilde hinweggezogen hat. Man denke sich dieSituation, um die Lage Meißners zu begreifen: der jungeDichter lernt im Eisenbahncoupe eine junge, hübsche, geistvolleDame kennen, noch dazu eine Deutsche, ja wie Meißnerversichert sogar eine Pragerin. Aus diesem Kennenlernenentsteht mit der allernatürlichsten Konsequenz eine Liebschaft,die um so heißer wird, je dichter die Dame den Schleierdes Geheimnisses nm ihr Leben zieht. Der Reiz des Ge-heimnißvollen, der Zauber einer verborgenen Liebe, erfaßtden Poeten mit ganzer Macht. Da verschwindet die phan-tastische Dame geheimnißvoll, wie sie gekommen. Zur Strudeldes Pariser Lebens vergißt der junge Poet auch diesesschönen Abenteuers. Wie groß ist nun sein Erstannen, alssie ihm nach Zahren abermals wie eine Tranmerscheinungam Sterbebett des geliebten Freundes begegnet!

Man muß sich das Eigenthümliche dieser Situationganz vergegenwärtigen, denn ohne Frage hat auch der ster-bende Heinedie Blume, räthselhast gestaltet", in der dochwilderLiebreiz waltet", geliebt wie einenschönenFreuden-traum" vor dem schwarzen Grabe. Da auch dieses sichöffnet, nm, was sterblich war von Heinrich Heine, aufzu-nehmen, verschwindet die räthselhafte Mouche, die, einemSonnenstrahl gleich, über das Sterbebett des Dichters ge-huscht, zum zweitenmal. Alles Suchen ist vergeblich, allesNachforschen zwecklos. Nachdem mehr als zehn Zahre ver-