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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
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fesselier Teufel erscheint, der seinem Instrument schaurigeWeisen entlockt, Töne „in deren bodenloser Untiefe wederTrost noch Hoffnung glimmte", gleich dem Gesang der ge-fallenen Engel, „die mit den Töchtern der Erde gebuhlthatten und, ans dem Reiche der Seligen verwiesen, mitschamglühenden Gesichtern in die Unterwelt hinabstiegen".Da wagt der gequälte Künstler plötzlich einen Strich, daßdie Ketten entzweispringen und die Gespenster der Hölleverschwinden. — —

Ein drittes Bild zeigt Paganini in brauner Mönchs-tracht auf einem felsigen Vorsprung am Meere in derDämmerung sitzend und Violine spielend. Mit seiner Zauber-formel beschwört er die Geister der Finthen und entfesselteinen Sturm, der all' die Unholde der Tiefe herausbringt:„Ungelhüme voir fabelhafter Häßlichkeit, Krokodile mit Fle-dermansflügeln, Schlangen mit Hirschgeweihen, Affen, be-müht mit Trichtermuscheln, Seehunde mit patriarchalischlangen Bärten, Weibergesichicr mit Brüsten an den Stellender Wangen, grüne Kameelsköpfe, Zwittergeschöpfe von un-begreiflicher Zusammensetzung", alle mit kaltklngen Angenhinglotzend nach dem fidelnden Mönch, dem die Kapuze beidem wilden Spiel zurückfällt, daß sein Haupt von schwarzenSchlangen umringest erscheint ....

Eine neue Transfignration der Töne führt den phan-tastischeil Poeten in einen kolossaleil Raum, wie nicht daskörperliche Auge, nur das Auge des Geistes ihn fassen kann.Zu der Mitte des Raumes schwebt eine leuchtende Kugel,auf der riesengroß und stolz erhaben etil Mann stand, derdie Violine spielte, ein erhabenes Götterbild, von Pilgrimenumschwebt, deren Gesang das verhallende Echo jener Violin-töne war, Klänge, die nie das Ohr hört, sondern nur dasHerz träumen kann und in denen unnennbar heilige In-brunst wohnt . . .