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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
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Blick der eines Todkranken, oder lauert dahinter der Spotteines schlauen Geizhalses? Ist das ein Lebender, der imVerscheiden begriffen ist und der das Publikum in der Knnst-arena, wie ein sterbender Fechter, mit den Zuckungen er-götzen soll? Oder ist es ein Todter, der aus dem Grabe ge-stiegen, ein Vampyr mit der Violine, der uns, wohl nichtdas Blut aus dem Herzen, doch auf jeden Fall das Geldaus den Taschen saugt?"

Heine hatte ein „musikalisches zweites Gesicht", wieer selbst erklärt; es macht uns dies begreiflich, daß er, derabsolut uichts von Musik verstand, die feinsten musi-kalischen Intentionen von Komponisten und Künstlern er-fassen und schildern konnte. Er hatte die merkwürdige Be-gabung, bei jedem Tone, den er erklingen hörte, „auch dieadäquate Klangfigur zu sehen". Und so kam es denn, daßihm Paganini mit jedem Strich seines Bogens auch sicht-bare Gestalten und Situationen vor die Seele zauberte,daß er vor ihm „in tönender Bilderschrift" allerlei grelleund zauberhafte Geschichten erzählte, daß er vor ihm gleich-sam „ein farbiges Schattenspiel hingaukeln ließ, worin erselbst immer mit seinem Violinspiel als die Hauptpersonagirte". Da verwandeln sich ihm die Koulissen des Theater-saales in das heitere, lauschige Boudoir einer Primadonna,die wunderbare Melodien singt, wie sie die Nachtigall flötetin der Abenddämmerung, indeß Paganini, der sich in einenstrahlenden Kavalier verwandelt hat, sie mit den entzückendstenTönen seiner Violine begleitet. Da er vor der holdenSängerin niederknieen will, um ihr zu huldigen, erblickt erunter dem Bett „einen kleinen Abbate". Er zieht ein Stiletaus der Tasche und stößt es in die Brust der jungenSchönen ....

Eine andere Variation über dasselbe Thema führt denDichter — in die Hölle, wo ihm Paganini als ein ge-