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Solche Gestalten und Situationen führt das SpielPaganinis dem sinnenden Dichter vor die Seele und erzaubert sie mit der phantastischen Glnth seines Wortes vordas geistige Auge der Leser. Wort und Ton haben sich hierzu einer Harmonie vermählt, die der Traum edler Denkerund großer Künstler zu allen Zeiten gewesen ist.
Wie aber der Tragödie das Satprspicl in dieser Weltnie fehlen kann, so auch in diesem Bilde nicht. Die Be-geisterung des großen Dichters für den Künstler wird als-bald Tagesgespräch in der guten Stadt Hamburg; kaum istPaganini abgereist, und in einem kleinen dortigen Blättchender folgende Nachruf erschienen:
Paganini, lebe wohl!
Unsre Ohren sind von Deinen Tönen,
Deine Taschen sind von unserm Gclde voll
ein Poem, das auf die Hamburger Aussprache des Wörtchens„wohl" — etwa: woll — basirt ist, als sich sofort dasGerücht verbreitet, der Autor dieses unbedeutenden Poemssei Heine. Der Dichter hat alle Mühe, diese Ehre abzu-wehren und sein Unmnth darüber ist mehr als begreiflich.
Die Erinnerung aber an Paganinis Saitenspiel be-gleitet ihn in alle Weiten, durch das ganze Leben. So ofter später einen Violinspieler hört, lancht die Gestalt desblassen Virtuosen vor ihm auf. Fast zwanzig Zahre späterschreibt er aus Paris in einem musikalischen Bericht: „Zchhabe Niemand besser, aber auch zu Zeiten Niemand schlechterspielen gehört, als Paganini", und dasselbe rühmt er vondem bekannten Virtuosen Ernst, der Paganini „in seinenGebrechen wie in seiner Genialität" gleiche, während erSivori, obzwar nur „ein matter Ersatz", doch mit Ver-gnügen hört, wenn er ihn auch nicht, wie die Pariser, weiler ebenfalls in Genua geboren, für einen Schüler Paganinishält. „Nein, Paganini hatte nie einen Schüler, konnte