Auf die Frage jener Maria, die Heine in den „Flo-rentinischen Nächten" in den Vordergrund stellt: „LiebenSie Paganini?« erzählt der Dichter zunächst von einemdie wahre Physiognomie allein wiedergebenden Portrait desKünstlers, das ein tauber Maler, I. P. Lyser, — der1859 in Hamburg gestorben — „in seiner geistreichen Tollheit"entworfen, und bei dem ihm nach eigenem Geständniß „derTeufel die Hand geführt habe". Sodann schildert erdie Erscheinung Paganinis selbst, und man muß sagen,daß die Schilderung auch dem gelungensten Portrait nurwenig nachgeben dürfte. War der fremde Geiger amhellen Mittag nnter den grünen Bäumen des HamburgerZungfernstiegs dem Dichter schon hinlänglich fabelhaft undabenteuerlich erschienen, so überraschte ihn doch noch desAbends im Konzert „seilte schauerlich bizarre Erscheinung",die er in folgenden Strichen jener Maria schildert: „Daswar Paganini in seiner schwarzeil Galla: der schwarze Frackund die schwarze Weste von einem entsetzlichen Zuschnitt,wie vielleicht am Hose Proserpincns von der höllischen Eti-kette vorgeschrieben ist; die schwarzen Hosen ängstlich schlotterndum die dünnen Beine. Die langen Arme schienen nochverlängert, indem er in der einen Hand die Violine undin der andern den Bogen gesenkt hielt und damit fast dieErde berührte, als er vor dem Publikum seine unerhörtenVerbeugungen auskramte. Zu den übrigen Krümmungenseines Leibes lag eine schauerliche Hölzernheit und zugleichetwas närrisch Thierisches, daß uns bei diesen Verbeugungeneine sonderbare Lachluft anwandeln mußte; aber sein Gesicht,das durch die grelle Orchesterbeleuchtung noch leichenartigweißer erschien, hatte alsdann so etwas Flehendes, so etwasblödsinnig Temüthiges, daß ein grauenhaftes Mitleid unsereLachlust niederdrückte. Hat er diese Komplimente einemAutomaten abgelernt, oder einem Hunde? Ist dieser bittende
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