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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
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bald der Eine dem Italiener die höchste Vortrefflichkeitzusprach, opponirte der Andere, aber nicht mit irockenenWorten, sondern er trillerte einige besonders schöne Melo-dien aus >,kobsrt>Is-I)ig.b1k". Hierauf wußte der Ersterenicht schlagender zu antworte«, als indem er eifrig einigeFetzen aus dem „lZarbiers clk LeviMa" sang, und so triebensie es Beide während der ganzen Tischzeit; „statt eineslärmenden Austausches von nichtssagenden Redensartengaben sie uns die köstlichste Tafelmusik, uud am Ende mußteich gestehen, daß man über Musik entweder gar nicht odernur auf diese realistische Weise disputiren sollte."

Auch eine ziemlich ernsthafte Erklärung über das Wesender Musik hat Heine einmal zu geben versucht. Sie lautet:„Aber was ist die Musik? Diese Frage hat micb gesternAbend vor dem Einschlafen stundenlang beschäftigt. Eshat mit der Musik eine wunderliche Bewandniß; ich möchtesagen, sie ist ein Wunder. Sie steht zwischen Gedanken uudErscheinung; als dämmernde Vermittlerin steht sie zwischenGeist und Materie; sie ist beiden verwandt, und doch vonbeiden verschieden; sie ist Geist, aber Geist, welcher einesZeitmaßes bedarf; sie ist Materie, aber Materie, die desRaumes entbehren kann.

Wir wissen nicht, was Musik ist. Aber was guteMusik ist, das wissen wir, und noch besser wissen wir, wasschlechte Musik ist; denn von letzterer ist uns eine größereMenge zu Ohren gekommen. Die musikalische Kritik kannsich nur auf Erfahrung, nicht auf eine Synthese stützen:sie sollte die musikalischen Werke nur nach ihrer Aehnlich-keiten klafftfizireu und den Eindruck, den sie auf die Ge-sammtheit hervorgebracht, als Maßstab annehmen.

Nichts ist unzulänglicher, als das Theoretisiren in derMusik; hier giebt es freilich Gesetze, mathematisch bestimmteGesetze, aber diese Gesetze sind nicht die Musik, sondern ihre