es überhaupt nicht weit her; in seinen Gesprächen gestaltetensich seine Eindrücke zu geistreichen, meistens satirischen Worten— wie es in seiner Poesie damit beschaffen war, wissenSie besser als ich. Aber an Musikern von Talent oderBedeutung nahm er lebhaftes Interesse. Was er über die-selben geschrieben, ging aberaus sehrverschiedenen Stimmungenund Absichten hervor."
In uues Hai Hilter in knapper Briefform Alles zusammen-gedrängt, was sich über Heines Verhältniß zur Musik sagenläßt und es bleibt mir, der ich mich seiner Ansicht fastvöllig anschließe, wenig Anderes als eine dürftige Nachleseübrig, in der Heines musikalisches Leben — wenn dieserAusdruck gestattet ist — Revue passiren mag.
Im elterlichen Hanse zu Düsseldorf wurde viel Musikgetrieben. Es war die Absicht der Mutter, daß alle ihreKinder musikalisch gebildet würden. Heinrich — oder wieer damals nach hieß: Harry — sollte Violine spielen lernen.Ein tüchtiger Lehrer wurde angenommen, die Mnsikstnndenbestimmt, die ans dem oberen Stübchen eines nach demGarten zu gelegenen Flügels des Elternhauses stattfindensollten. Die Mutter kümmerte sich fortan um nichts weiter,als daß der Lehrer monatlich richtig bezahlt werde; Heinrichaber that, „als ob er ganz für die Violine lebte." Sowar ein volles Jahr vergangen, als einst während der Musik-stunde Frau Betty Heine im Garten spazieren ging. Zuihrer großen Freude hörte sie ein gutes und fertiges Violin-spiel. Sie freute sich schon in der Seele über die Fort-schritte ihres Erstgeborenen und eilte die Flügeltreppe hinauf,um dem gewissenhaften Lehrer recht sehr zu danken. Alssie die Thür öffnete, sah sie zu ihrer großen Verwunderung,wie Heinrich der Länge nach auf einem Divan lag, währendder Lehrer vor ihm auf- und abging und den träumendenKnaben mit seinem Violinenspiel unterhielt. Es klärte sich