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Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
129
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zwei Zeugen allerdings von solcher Bedeutung und Glaub-würdigkeit, daß sie vor jedem Gerichtshof der Welt iuhohen Ehre» bestehen würden. Es sind dies: FranzLißtund Ferdinand Hiller.

Franz Lißt, der gefeierte Meister, der nicht nur inTönen, sondern auch in Wort und Schrift während seinesLebens große Triumphe gefeiert hat, erledigt die Frage,wie ich bereits im vorhergehenden Aufsatze erwähnt, miteinem schlagenden und geistvollen Apercu, indem er vonHeine sagt: „Er war Musiker als Dichter". Damit istnatürlich das maßgebende Wort gesprochen und Lißt warin der That der Mann dazu, um nach eigener Erfahrungund aus reiflicher Erwägung dieses Wort sprechen zu können.

Ausführlicher und schärfer rückt mein verehrter FreundFerdinand Hiller in Köln, der mir bei meinen Studienüber Heine stets mit Rath und That hilfreich zur Seitegestanden, der Frage zu Leibe. Und ich erwerbe mir gewißden Dank aller Leser, wenn ich seine Antwort hier im Wort-laut publicire:

„Theoretisch oder gar praktisch verstand Heine garnichtsvon Musik — er erzählte mir einstmals lachend, daß erdurch lange Jahre geglaubt, der Generalbaß sei der —Contrebaß — von wegen seiner stattlichen Größe. Auchschrieb er mir ein Heft Lieder zusammen (mit dem Titel:Närrische Worte von H. H. — noch närrischere Musik vonF. H.) — sie waren zum größeren Theil gänzlich nncompo-nirbar. Und dock hörte er, errieth er mit seinem ansPhantasie und Scharfsinn gekneteten Geiste viel mehr alsviele sogenannte musikalische Leute ans der Musik heraus.Es gehört dergleichen, meiner Meinung nach, zu dem vielenUnbegreiflichen, was genialen Naturen eigen ist. Daß ervon Musik tief ergriffen gewesen wäre, hatte ich nie zubemerken Gelegenheit. — Mit seinem „Ergriffensein" war