Druckschrift 
Heinrich Heine und seine Zeitgenossen
Entstehung
Seite
125
Einzelbild herunterladen
 

125

setzte, daß sie sich zusammenfügten, wie einst die Mauernvon Theben! Er ist hier, der moderne Homer, den Deutsch-land, Ungarn und Frankreich, die drei größten Länder,als Landeskind reklamiren, wahrend der Sänger der Zliasnur von sieben kleinen Provinziakstädlen in Anspruch ge-nommen ward! Er ist hier, der Attila, die Geißel Gottesaller Erardischen Pianos, die schon bei der Nachricht seinesKommens erzitterte», und die nun wieder unter seiner Handzucken, bluten und wimmern, daß die Thierqnälergesellschaftsich ihrer annehmen sollte! Er ist hier, das tolle schöne,häßliche, räthselhakte, fatale und mitunter sehr kindische Kindseiner Zeit, der gigantische Zwerg, der rasende Roland mitdem ungarischen Ehrensäbel, der heute kerngesunde, morgenwieder sehr kranke Franz Lißt, dessen Zauberkraft uns be-zwingt, dessen Genius uns entzückt, der geniale Hans Narr,dessen Wahnsinn uns selber den Sinn verwirrt und demwir in jedem Falle den loyalen Dienst erweisen, daß wirdie große Furore, die er hier erregt, zur öffentlichen Kundebringen. Wir konstatiren nnumwnnden die Thatsache desungeheuren Succeß; wie wir diese Thatsache nach un-serem Privatbedünken ausbeuten und ob wir über-haupt unfern Privatbeifall dem gefeierten Vir-tuosen zollen oderversagen, mag demselben gewißgleichgiltig sein, da unsere Stimme nur die einesEinzelnen und unsere Autorität in der Tonkunstnicht voit sonderlicher Bedeutung ist."

Zch bemerke hierzu, daß die Hervorhebung der Schlnß-stelle im Druck von mir herrührt. Sie soll den Leser ansdie Quelle hinweisen, ans der die Entfremdung zwischendem Dichter und dem Künstler floß. Aus dieser Stelleliest Zeder eine starke Empfindlichkeit heraus, und diese warin der That vorhanden. Man hatte Heine hinterbracht, ein riesiges Spinngewebe von Klatsch und Verleumdung